Berlin (dpa/bb) - In Berlin ist im ersten Halbjahr die Zahl der Syphilis-Infektionen angestiegen. Von Januar bis Juli registrierte das Robert Koch-Institut 690 Infektionen, im Vorjahreszeitraum waren es 651.
Nach Beobachtungen des Berliner Arztes Sven Schellberg könnte das am veränderten Sexualverhalten liegen: „Während der Corona-Zeit hat die Zahl der Erkrankungen zugenommen, für die man etwas längere Kontakte braucht“, so Schellberg kurz vor dem Welttag Sexuelle Gesundheit am 4. September. „Die Leute treffen sich nicht mehr zu Quickies, sondern eher im kleinen Kreis von fünf bis zehn Personen und verbringen mehrere Stunden zusammen.“ Längere Sexualkontakte begünstigten die Übertragung der Syphilis. In seiner Praxis, die auf sexuelle Gesundheit spezialisiert ist, habe er einen Syphilis-Anstieg um etwa 30 Prozent beobachtet.
