bedeckt München 24°
vgwortpixel

Bedrohte Arten:Die Kunst der Seepferdchen-Zucht

Langschnauzen-Seepferdchen (Hippocampus reidi).

(Foto: Imago)

Zoologen ist es gelungen, Seepferdchen zu züchten. Das könnte die Fische retten.

In der griechischen Mythologie galten Seepferdchen als Nachfahren der Pferde, die den Streitwagen des Meeresgottes Poseidon zogen. Ihr wissenschaftlicher Name, Hippocampus, leitet sich vom pferdeköpfigen Seeungeheuer Hippokamp ab. Doch eigentlich sind die Tiere Fische. Sie leben in Seegras- und Tangwiesen in Küstennähe und ernähren sich von tierischem Plankton. Männchen und Weibchen sind einander treu und pflanzen sich das ganze Jahr über fort. Das Weibchen produziert die Eier, das Männchen trägt die Jungtiere in seiner Brusttasche aus. Aufgrund der massiven Zerstörung ihres Lebensraums sind Seepferdchen vom Aussterben bedroht. Die Nachzucht in Aquakultur ist schwierig, da die Fische anfällig für Krankheiten sind und wegen ihres ineffizienten Verdauungssystems, das den Aufbau von Fettdepots verhindert, große Mengen an hochwertigem Lebendfutter benötigen. Vor allem nach dem Schlüpfen ist der Bedarf an Omega-3-Fettsäuren groß. Fehlen diese Substanzen, sterben viele Jungtiere oder wachsen nur ganz langsam. Einem Forscherteam des Instituts für Spezielle Zoologie und Tierökologie sowie des Institutes für Tierernährung und Ernährungsphysiologie der Justus-von-Liebig-Universität ist es nun jedoch gelungen, die Überlebensrate des Langschnauzen-Seepferdchens (Hippocampus reidi) in Aquakultur zu erhöhen. Dies lässt hoffen, dass bedrohte Seepferdchen-Arten künftig auch im Labor gezüchtet und dadurch gerettet werden können.