Astrophysik:Schwarzmalerei

Merkur

Klein, aber finster: der Merkur.

(Foto: Nasa)

Der Merkur hat seine Farbe womöglich bei Einschlägen von Kometentrümmern erhalten. Dabei eingegrabene Kohlenstoff-Partikel könnten den Planeten dunkel färben.

Von Marlene Weiss

Die dunkle Farbe des Merkur könnte eine Art Anstrich sein, den Kometen dort deponiert haben. Das schließen Forscher um Megan Bruck Syal vom Lawrence Livermore National Laboratory in Kalifornien aus einer Simulation von Meteoriten-Einschlägen auf dem Merkur und aus Experimenten, in denen sie Gesteinsproben mit Hochgeschwindigkeits-Projektilen beschossen (Nature Geoscience, online). Warum der kleine Merkur so viel dunkler ist als etwa der Mond der Erde, obwohl er an der Oberfläche weniger dunkles Eisen enthält, war bislang unklar. Laut den Analysen dürfte der Merkur, weil er der Sonne so nah ist, häufig Einschlägen von Teilen zerbröselnder Kometen ausgesetzt sein. Kohlenstoff-Partikel, die sich dabei ins Gestein graben, könnten ihn dunkel färben. Die Beschuss-Experimente produzierten tatsächlich eine ähnliche Farbe wie die des Merkurs, der stellenweise nur fünf Prozent des einfallenden Lichts reflektiert.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Jetzt entdecken

Gutscheine: