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Astronomie:Rückblick auf die frühesten Sterne des Alls

So könnten die ersten Sterne ausgesehen haben.

(Foto: AP)

Mit einem verblüffend kostengünstigen Experiment haben Astronomen in der australischen Einöde Signale von den ersten Sternen des Universums aufgefangen. Die Messung könnte sogar Hinweise auf Dunkle Materie enthalten.

Wenn es um die Erforschung des Universums geht, kosten heutige Teleskope üblicherweise astronomische Summen. Zwei Millionen Euro klingen dagegen wie ein Schnäppchen. Doch Kosmologen um Judd Bowman von der Arizona State University haben mit diesem überschaubaren Budget Radioantennen gebaut - und damit Signale aus der Frühphase des Universums empfangen. Die Signale stammen von Sternen, die rund 180 Millionen Jahre nach dem Urknall leuchteten, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin Nature.

Das fünfköpfige Forscherteam baute drei kaffeetischgroße Radiospektrometer mitten in der westaustralischen Einöde auf. Die vergleichsweise einfachen Geräte fingen Funkwellen aus dem Universum auf und registrierten kleinste Schwankungen. Der Theorie zufolge hat die UV-Strahlung der ersten Sterne Wasserstoffatome angeregt, sodass diese die im Kosmos allgegenwärtige Hintergrundstrahlung absorbiert haben. Dieses Signal hat das Spektrometer nun detektiert. Es ist nicht nur ein indirekter Hinweis auf das erste Licht im All, sondern auch der Nachweis von Wasserstoff in der Frühphase des Kosmos.

Überraschend ist die Tatsache, dass die Absorption zweimal so stark war wie gedacht. Da die Signalstärke von der Temperatur der Wasserstoffwolken abhängt, vermuten die Wissenschaftler, auch noch Hinweise auf dunkle Materie gefunden zu haben, welche das Gas einst abgekühlt hat. "Wenn das stimmt, haben wir etwas fundamental Neues über die mysteriöse dunkle Materie gelernt. Es wäre ein erster Einblick in die Physik abseits des Standardmodells", sagt Bowman. Bis er von einem Durchbruch sprechen kann, lässt er seine Studienergebnisse von anderen Forschern auf Richtigkeit prüfen - in der Hoffnung, dass sich die Signale bestätigen.

© SZ vom 02.03.2018

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