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Astronomie:Organische Moleküle auf Exo-Planeten entdeckt

Mit Hilfe des Hubble-Teleskops wurde erstmals eine Kohlenstoffverbindung auf einem Planeten außerhalb unseres Sonnensystems nachgewiesen.

Erstmals haben Astronomen die Existenz eines organischen Moleküls auf dem Planeten eines fremden Sterns nachgewiesen. Es handelt sich um Methan. Möglich wurde die Entdeckung der Kohlenstoffverbindung mit Hilfe des Hubble-Weltraumteleskops.

So stellen sich die Forscher den Expoplaneten HD 189733b vor.

(Foto: Grafik: Nasa/Esa/G.Bacon/STScl)

Bei dem Planeten handelt es sich um den 63 Lichtjahre entfernten Exoplaneten HD 189733b im Sternbild Füchschen (Vulpecula). Die Entdeckung sei ein wichtiger Schritt für die Suche nach Lebenszeichen auf Planeten anderer Sterne, erklärten Fachleute des europäischen Hubble-Zentrums in Garching bei München.

Forscher vom Jet-Propulsion-Labor der Nasa und vom University College London waren dem Gas durch spektroskopische Messungen auf die Spur gekommen.

Methan (CH4) ist der Hauptbestandteil von Erdgas und wurde auch auf den meisten Planeten unseres eigenen Sonnensystems bereits nachgewiesen. Unter den richtigen Bedingungen könne es eine Schlüsselrolle bei der Entstehung von Leben spielen, betonen die Astronomen.

Zu heiß für Lebensformen

Für den jetzt untersuchten Exoplaneten schließen die Forscher einen biologischen Ursprung allerdings aus: Auf dem Gasriesen herrscht eine Temperatur von rund 900 Grad Celsius - das entspricht knapp dem Schmelzpunkt von Silber.

"Die Atmosphäre des Planeten ist selbst für die zähesten Lebensformen viel zu heiß - wenigstens für die Art von Leben, die wir von der Erde kennen", erläuterte Giovanna Tinetti vom University College London.

Die Untersuchung, über die die Forscher im britischen Fachblatt Nature (Bd. 452, S. 329) berichten, zeige aber, dass sich mit dieser Technik auch auf kühleren, kleineren Exoplaneten organische Moleküle nachweisen lassen, betonte Studienleiter Mark Swain von der US-Raumfahrtbehörde Nasa.

HD 189733b ist einer von knapp 280 bekannten Exoplaneten. Er hat in etwa die Größe des Jupiters, kreist jedoch viel dichter und in nur rund zwei Tagen um seine Sonne.

Im vergangenen Jahr hatten Astronomen auf dem heißen Gasriesen bereits Wassermoleküle nachgewiesen. Diese Entdeckung konnten die Hubble-Beobachtungen bestätigen.

Die Forscher maßen, welchen Anteil des Sternenlichts die Atmosphäre des Planeten verschluckt, wenn er von der Erde aus gesehen genau vor seinem Stern vorbeizieht. Daraus lassen sich die chemischen Verbindungen ableiten, die bestimmte Lichtanteile absorbieren.

Grundzutaten für das Leben weit verbreitet

Die Grundzutaten für die Chemie des Lebens sind im Weltall weit verbreitet: Erst kürzlich hatten andere Forscher Wasser und große Mengen organischer Verbindungen in der Gas- und Staubwolke um eine junge Sonne im Sternbild Stier nachgewiesen, wo sich möglicherweise einmal Planeten formen werden (Science; Bd. 319, S. 1504). Mit einem Alter von unter einer Million Jahren ist der Stern AA Tauri in kosmischen Maßstäben gerade erst geboren worden.

Diese Beobachtungen mit dem Spitzer-Weltraumteleskop zeigten zudem, dass sich in der sogenannten protoplanetaren Scheibe um AA Tauri mehr organische Verbindungen finden als in interstellaren Molekülwolken, aus denen neue derartige Sonnensysteme entstehen. "Das ist ein Beleg für eine aktive organische Chemie innerhalb der Scheibe, die solche Moleküle formt und anreichert", erläuterte John Carr vom US-Marineforschungslabor in Washington.

Auch unser eigenes Sonnensystem war früher offensichtlich sehr viel reicher an organischen Verbindungen als gedacht, und Meteoriten könnten der Entstehung des Lebens auf der Erde entscheidende Starthilfe gegeben haben. Das legt die Analyse zweier urtümlicher Meteoriten aus der Frühzeit des Sonnensystems nah, die aus der Antarktis geborgen wurden.

In diesen seltenen Meteoriten fanden Forscher um Zita Martins vom Londoner Imperial College die höchste Konzentration von Aminosäuren, die jemals in Meteoriten gemessen worden sind. Aminosäuren sind Grundbausteine des Lebens. "Unsere Arbeit hat gezeigt, dass Aminosäuren und andere biologische nützliche Verbindungen aus Meteoriten das Leben auf diesem Planeten in Gang gesetzt haben könnten", erläuterte Martins. (Fachartikelnummer: DOI 10.1038/nature06823)

© dpa/AFP/mcs
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