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Astronomie:Knapp daneben

Ein Asteroid rast in geringem Abstand an der Erde vorbei. Der Brocken von der Größe eines Hauses wird an diesem Donnerstag in 44000 Kilometer Entfernung den Planeten passieren. Für astronomische Maßstäbe ist das enorm knapp.

Er ist so groß wie ein Haus, 26 000 Kilometer pro Stunde schnell und kommt der Erde bedenklich nahe: Der Asteroid 2012 TC4 wird am Donnerstag in einem Abstand von 44 000 Kilometern an der Erde vorbeirasen. Das ist etwa ein Neuntel des Abstands zwischen Erde und Mond, und nur wenig höher als die Bahn von geostationären Satelliten in 36 000 Kilometern Höhe über dem Meeresspiegel. Für astronomische Maßstäbe verfehlt der Felsen die Erde also nur um Haaresbreite. Würde 2012 TC4 die Erde treffen, hätte das beträchtliche Folgen - so wie 2013 rund um die russische Millionenstadt Tscheljabinsk. Ein Asteroid ähnlicher Größe explodierte damals in der Atmosphäre. Etwa 1500 Menschen wurden durch die Druckwelle verletzt, 7000 Gebäude beschädigt.

"Dieses Mal ist es kein Besorgnis erregender Fall, aber wir werden ihn nutzen, um zu trainieren", sagt Esa-Forscher Detlef Koschny von der Abteilung Erdnahe Objekte. 16 745 erdnahe Objekte, sogenannte NEOs, zählt die Esa in einer Datenbank. 659 NEOs stehen auf einer besonderen Risikoliste. Diese Objekte könnten die Erde mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit treffen. Die errechneten Zeitpunkte eines möglichen Einschlags liegen aber teilweise etliche Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte in der Zukunft. Die Unsicherheit bei der Berechnung der Flugbahn ist bei so langen Zeiträumen noch groß. Nähert sich ein großer und potenziell gefährlicher Himmelskörper der Erde, hat man nach Einschätzung von Experten in der Regel mehrere Jahre bis Jahrzehnte Vorlaufzeit, um Schutzmaßnahmen zu treffen.

© SZ vom 12.10.2017

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