Astronomie Leoniden am Nachthimmel

Wer daran glaubt, dass Sternschnuppen Wünsche erfüllen, der sollte heute Abend den Himmel beobachten. Und hoffen, dass die Wolkendecke aufreißt.

Hobby-Astronomen, aber auch alle anderen Freunde von eindrucksvollen Himmelserscheinungen können heute Nacht auf ihre Kosten kommen - wenn sie nach 22 Uhr nach draußen gehen und das Wetter mitspielt: Wie jedes Jahr begegnet die Erde wieder dem Sternschnuppenstrom der Leoniden.

Leoniden - die längeren hellen Striche - über New Mexico. So eindrucksvoll werden wir den Himmel mit Sternschnuppen in Deutschland dieses Jahr wohl nicht erleben.

(Foto: AP)

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes dürfte es heute Nacht allerdings schwer sein, eine wolkenfreie Stelle zu finden. "Die Chancen stehen nicht gut, mit viel Glück reißt die Wolkenschicht in der Nacht im Südwesten Deutschlands zeitweise auf", sagt die Meteorologin Angela Richter.

"Die meisten dieser kleinen Teile aus gefrorenem Kometenstaub sind am Mittwoch nach 22 Uhr am östlichen Himmel beim Eintauchen in die Erdatmosphäre zu beobachten", sagt Rainer Arlt vom Astrophysikalischen Institut Potsdam.

"In diesem Jahr wird es aber nicht so viele Leoniden zu sehen geben wie im Vorjahr." Er rechnet mit etwa zehn Sternschnuppen pro Stunde. Aber auch in den folgenden Nächten seien einige der winzigen Himmelskörper zu sehen, die beim Zusammenprall mit der Erdatmosphäre verglühen, sagte Arlt.

Der Name der Leoniden wurde vom Sternbild Löwe - Lateinisch Leo - abgeleitet, aus dem sie zu kommen scheinen. Tatsächlich stammen sie vom Kometen 55P/Tempel-Tuttle, der eine Wolke von Bruchstücken hinter sich lässt. Da sich diese weiter ausbreiten, nimmt die Zahl der Brocken, die in die Erdatmosphäre eintreten, immer mehr ab. Alle 33 Jahre allerdings kreuzt die Erde die Umlaufbahn des Kometen selbst - um diese Zeit ist die Zahl der Sternschnuppen besonders groß. Der letzte Meteorsturm wurde 1999 beobachtet. 1966 kam es zum dichtesten jemals beobachteten Sternschnuppenregen.