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Archäologie:Sieger und Besiegter

(Foto: AFP)

Ein in Pompeji entdecktes Fresko zeigt das Ende eines Gladiatorenkampfes. Der unterlegene Krieger fleht mit einer Geste ums Überleben.

Daumen hoch oder Daumen runter? Für den unterlegenen Gladiator, der auf diesem Fresko zu sehen ist, kommt wohl nur eine Antwort infrage. Schon entwaffnet und blutend, bittet er mit seiner erhobenen linken Hand um Gnade - eine Geste, die im alten Rom üblicherweise der Kaiser oder das Publikum der Kämpfe zeigte. Das eineinhalb Meter breite Bild wurde kürzlich bei Ausgrabungen in Pompeji entdeckt, nahe den Kasernen der Gladiatoren. "Von besonderem Interesse in diesem Fresko sind die äußerst realistischen Darstellungen der Wunden", erklärt Ausgrabungsdirektor Massimo Osanna in einer Mitteilung. So strömt dem besiegten Kämpfer das Blut aus dem Unterarm und dem Oberkörper und besudelt seine Kleidung. Bei ihm handelt es sich wohl um einen Thraex, eine Gladiatorengattung, die lange Beinschützer und einen gewölbten Schild trug. Der Sieger ist als Murmillo dargestellt, ausgerüstet mit dem Kurzschwert Gladius. Entdeckt wurde das Fresko jedoch nicht in einer Arena für die blutigen Kämpfe, sondern in einem ehemaligen Geschäft oder einer Taverne. Vermutlich war es ein Ort, den die Kämpfer nach den Spektakeln zur Entspannung besuchten - falls die Daumen der Zuschauer zuvor in die richtige Richtung wiesen.