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Archäologie in Deutschland:"Spikes" verraten das Alter

Wie sie nun berichten, bestand das Militärlager aus einem "nahezu rechteckigen, 18,2 Hektar großen Erdwerk mit abgerundeten Ecken, das Platz für mehrere tausend Soldaten - sowohl Fußtruppen als auch berittene Hilfstruppen - bot." Dieses eigentliche "Castrum" hatten die Römer um fast acht Hektar erweitert, um eine Quelle mit einzuschließen, die die Wasserversorgung der Soldaten sicherte. Die Befestigung bestand aus einem Wall und einem Graben.

Ältestes römisches Militärlager bei Hermeskeil

Die Archäologen bei der Arbeit auf dem Feld bei Hermeskeil.

(Foto: dpa)

Im Sommer 2011 gelang es den Wissenschaftlern, einen mit Steinen gepflasterten Durchgang auszugraben. Und dort machten sie eine Reihe von kleinen, aber bedeutenden Funden: Sie entdeckten etliche Schuhnägel, wie sie an den Sandalen römischer Soldaten zu finden waren. Das Alter der inzwischen mehr als 70 Nägel, die sich offenbar vom Schuhwerk der Römer gelöst hatten, konnte anhand ihrer Größe und Form datiert werden. Die eisernen Nägel sind etwa zweieinhalb Zentimeter lang, schirmförmig und wurden Hornung zufolge wahrscheinlich wie Spikes eingesetzt, um zu verhindern, dass die Legionäre auf dem Lehmboden ausrutschten.

Scherben von Tongefäßen, Münzen und eine Getreidemühle bestätigten die Datierung: Das Lager wurde länger, vermutlich Wochen oder Monate - genutzt, nicht nur als Marschlager. Und zwar während der späten römischen Republik (etwa von 133 bis etwa 30 vor unserer Zeit).

Da die Römer in den Jahren 53 und 51 in der Region Unruhen bekämpfen mussten, dürfte die Anlage in dieser Zeit errichtet worden sein. Ob die Besatzer von hier aus die keltische Stadt angegriffen haben, ist unklar. Der von den Treverern errichtete Wall weist keine entsprechenden Spuren auf. Möglicherweise wurden die Bewohner ausgehungert.

Die bislang als ältestes Militärlager bekannte römische Anlage auf dem Trierer Petrisberg wurde vermutlich erst im Jahre 30 vor unserer Zeit angelegt. Sie diente den Römern vermutlich als Basis bei der Bekämpfung eines erneuten Aufstandes der Treverer.

© Süddeutsche.de/dpa/mcs/mahu

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