Archäologie Neues Monument in der Felsenstadt Petra gefunden

Petra wird jährlich von Hunderttausenden Touristen besucht.

(Foto: AFP)

Eigentlich ist in der antiken Stadt längst jeder Stein umgedreht. Nun haben Archäologen das Gelände von der Luft aus betrachtet - und eine bisher unbekannte Anlage ausgemacht.

Von Christoph Behrens

In der antiken Ruinenstadt Petra im Süden Jordaniens haben Archäologen anhand von Satellitenaufnahmen ein gewaltiges Monument entdeckt. Nur 800 Meter vom historischen Stadtzentrum entfernt, das jährlich Hunderttausende Touristen besuchen, schlummere eine etwa 50 mal 50 Meter große Plattform knapp unterhalb des Wüstensands, berichten Forscher in dem Fachmagazin Bulletin of the American Schools of Oriental Research.

Dabei sollte man meinen, in Petra sei alles Wertvolle längst entdeckt, die antike Wüstenstadt gehört zu den am besten erforschten archäologischen Stätten weltweit. Schon seit 120 Jahren drehen Ausgräber dort jeden Stein um. Doch die Stadt ist riesig; Überreste der Metropole sind auf rund 260 Quadratkilometern verstreut. Um bislang unbekannte Strukturen zu entdecken, betrachteten die US-Archäologen Sarah Parcak und Christopher Tuttle das Gebiet zunächst auf Google Maps. Anschließend fotografierten sie vielversprechende Stellen mithilfe eines Satelliten und flogen sie mit Drohnen ab.

So entdeckten sie unweit des Stadtkerns, in dem vor über 2000 Jahren Karawanen rasteten, Priester Opfer darbrachten und Händler Waren umschlugen, Umrisse einer zuvor unbekannten Anlage. Es handelt sich um eine Plattform, auf der sich eine weitere Plattform erhebt. Darauf schien einst ein kleines Gebäude gestanden zu haben. Vor Ort entdeckte Tuttle Tonscherben griechischer, römischer und byzantinischer Machart aus rund acht Jahrhunderten.

Auf der Satellitenaufnahme sind die Umrisse der Plattform zu erkennen. Die Pfeile zeigen ihre Begrenzungen.

(Foto: Courtesy of Digital Globe)

Möglicherweise diente der Platz einst zeremoniellen Zwecken - vergleichbare Strukturen gibt es jedoch keine in Petra. Die Archäologen schätzen, dass die Plattform schon im zweiten Jahrhundert vor Christus angelegt wurde, als die Handelsstadt erstmals florierte. Das antike Volk der Nabatäer baute die Stadt im Laufe von Jahrhunderten, viele der Tempel, Wohnhäuser und Gräber sind direkt in die Felsen der umliegenden Berge hineingeschlagen. Die Stadt lag auf einer wichtigen Handelsroute zwischen Europa und Asien und diente Karawanen als Zwischenstopp in der Wüste. Später eroberten die Römer das antike Königreich und fügten eigene Wahrzeichen hinzu.

Parcak und Tuttle glauben, dass sich mit Satelliten und Drohnen auch in zahlreichen weiteren archäologischen Stätten unbekannte Gebäude aufspüren lassen. Gerade in bergigen, unzugänglichen Regionen sei die Aufklärung von oben ideal.

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