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Archäologie - Albersdorf:Experten treffen sich zum "Leben in der Steinzeit"

Albersdorf (dpa/lno) - Der Steinzeitpark Dithmarschen in Albersdorf präsentiert auch in diesem Sommer wieder "echte" Steinzeit. Dafür werden in der letzten Juli-Woche rund 30 Experten aus Europa, Südafrika und Israel erwartet. Das Treffen diene dem internationalen wissenschaftlichen und handwerklichen Austausch der Fachleute, sagte Archäologe Rüdiger Kelm: "Einige der Teilnehmer kommen, um eigene wissenschaftliche Experimente durchzuführen, andere um ihrem Hobby nachzugehen, also für eine Woche einfach mal steinzeitliche Jäger, Sammler und Forscher sein zu können."

Die Steinzeit ist laut Museumspädagoge Werner Pfeifer jene Epoche, in der die Menschheit bislang am längsten auf der Erde unterwegs war. Sie gliedert sich in drei Epochen. Die älteste - die Altsteinzeit - ist die Zeit der Eiszeitjäger. Damals machten Menschen gemeinsam Jagd auf große Tierherden - Rentiere, aber auch Mammut-Gruppen, wie Kelm sagte. Die Menschen der Mittelsteinzeit lebten in einer Landschaft, der heutigen auch vom Klima her sehr ähnlich war. "Sie waren die letzten Jäger und Sammler, das Fischen spielte bei ihnen eine große Rolle."

Danach folgte die Jungsteinzeit mit frühen Ackerbauern und Viehzüchtern, die erst vor 4000 Jahren zu Ende ging. Die Epochen unterschieden sich auch in den handwerklichen Fähigkeiten der Menschen. So habe ein Beil in der Jungsteinzeit eine geschliffene Klinge gehabt, in der Mittelsteinzeit sei die Klinge nur geschlagen gewesen, "und in der Altsteinzeit gab es noch gar keine Beile", sagte Kelm.

Der Albersdorfer Steinzeitpark ist ein archäologisches Open-Air-Museum. Das 40 Hektar große Freigelände bietet eine "Zeitreise" 5000 Jahre zurück in das Leben der ersten Ackerbauern und Viehzüchter Norddeutschlands. Auf dem Gelände gibt es eine originalgetreu nachgebaute steinzeitliche Bauernsiedlung mit Häusern, aber auch Hütten und Jurten der mittelsteinzeitlichen Jäger und Sammler.