Antarktis Pinguine auf der Flucht

Kaiserpinguine in der Antarktis.

(Foto: AWI/dpa/lni)

Weil das Eis schmilzt, ist eine große Pinguin-Kolonie in der Antarktis umgezogen. Nachwuchssorgen haben die Tiere schon länger.

Von Clara Hellner

Drei Jahre lang konnte sie keinen Nachwuchs großziehen, jetzt hat die zweitgrößte Kaiserpinguin-Kolonie der Antarktis kapituliert. Die Tiere haben ihre Brutstätte in der Halley Bay im Weddell-Meer verlassen.

Das Meereis, das die Pinguine brauchen, um einen Partner zu finden, ihre Eier auszubrüten und die Küken großzuziehen, ist zu stark geschmolzen: Durch starke Stürme und ungewöhnliche Meeresströmungen hat sich das Wasser unter dem Eis seit 2015 immer wieder aufgewärmt. Der britische Forscher Peter Fretwell beobachtet die Kaiserpinguine schon seit 2009 über Satellitenbilder. Dabei bemerkte er, dass die Gruppe der einst 2500 Pinguine immer weiter schrumpfte. Seine Ergebnisse hat er nun in der Fachzeitschrift Antarctic Science veröffentlicht.

Die gute Nachricht: Viele der Tiere haben sich wahrscheinlich einer 55 Kilometer entfernt lebenden Kolonie angeschlossen, die um das Zehnfache wuchs. Zudem werden die drei Jahre ohne Nachwuchs die Gruppe wohl nicht langfristig dezimieren: Kaiserpinguine werden bis zu 30 Jahre alt, genug Zeit also, um in der neuen Heimat Küken aufzuziehen. Sorge macht den Forschern aber, dass die von den Pinguinen verlassene Bucht eigentlich als gut geschützt vor solchen Auswirkungen des veränderten Klimas galt.