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Antarktis:Höhlenwesen

Tief im Eis unter dem Vulkan Mount Erebus befinden sich Höhlen. Dort, in der sonst unwirtlichen Umgebung der Antarktis, könnten viele unbekannte Arten leben. Wissenschaftler haben Erbgut-Spuren dieser Antarktis-Aliens entdeckt.

In warmen Höhlen unter antarktischem Eis könnte es bisher unbekannte Lebensformen geben. In Hohlräumen, die durch den Dampf des aktiven Vulkans Mount Erebus geformt wurden, fanden Forscher der Australian National University (ANU) in Canberra Erbgutspuren von Algen, Moosen und kleinen Tieren. Die Leiterin der Expedition, Ceridwen Fraser, berichtete, in den Höhlen sei es bis zu 25 Grad Celsius warm. Der fast 3800 Meter hohe Mount Erebus auf der Ross-Insel - benannt nach dem britischen Entdecker James Clark Ross (1800 bis 1862) - ist der südlichste aktive Vulkan der Erde. Er ist mit Eis bedeckt, aber es gibt darunter zahlreiche Hohlräume, in denen es deutlich wärmer ist. "Man kann dort sehr angenehm im T-Shirt herumlaufen", sagt Fraser. Am Eingang der Höhlen sowie in tieferen Gebieten, in denen das Eis nur dünn ist, könne man auch ohne künstliches Licht sehen.

Die meisten der entdeckten DNA-Spuren ähneln den Forschern zufolge Proben, die auch schon in anderen Gebieten der Antarktis gefunden wurden. Noch hätten aber nicht alle Spuren identifiziert werden können, sagte Fraser. "Das gibt uns einen verlockenden Blick darauf, wie das Leben unter dem Eis der Antarktis aussehen könnte. Möglicherweise gibt es dort auch neue Arten von Tieren und Pflanzen." Laurie Connell von der amerikanischen University of Maine verwies darauf, dass die DNA-Spuren kein Beweis dafür seien, dass die Lebensformen immer noch in den Höhlen existieren. "Im nächsten Schritt müssen wir nun einen Blick darauf werfen, ob es noch lebende Organismen gibt."

© SZ vom 11.09.2017 / dpa

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