Alternative Energie Windkraft:Es gibt auch Zweifel

Doch sie haben auch Mängel: Weil immer eines der Rotorblätter gegen den Wind anläuft, werden sie die Wirkungsgrade von großen Windrädern mit horizontaler Achse wohl kaum erreichen. Deren Effizienz liegt mit rund 50 Prozent schon nahe am theoretisch erreichbaren Maximum.

Außerdem können Dabiris vertikale Windmühlen aus Stabilitätsgründen bisher nicht annähernd so groß gebaut werden und deshalb auch nicht vom stärkeren Wind in der Höhe profitieren. "Das neue Windparkdesign macht diese Nachteile aber mehr als wett", beharrt der Caltech-Forscher.

Stephan Barth, Geschäftsführer des Zentrum für Windenergieforschung ForWind in Oldenburg, kann sich für das neue Windparkkonzept allerdings nicht erwärmen: "Ich bin da, gelinde gesagt, skeptisch", sagt er. Zu oft seien in den vergangenen Jahrzehnten Durchbrüche auf diesem Gebiet angekündigt worden, die sich letztlich als Windeier entpuppt hätten.

Barth zweifelt vor allem daran, dass die Methode auch dann noch funktioniert, wenn nicht nur ein paar, sondern Hunderte vertikale Windräder auf engem Raum platziert werden. "Wenn ein Windpark viel Wind schluckt, wird der Strömungswiderstand sehr hoch. Er wirkt dann wie eine Wand und der Wind strömt seitlich daran vorbei", sagt er.

Zudem sei die Fläche in Dabiris Fall komplett verloren, während das Land zwischen Windrädern klassischer Parks noch landwirtschaftlich genutzt werden könne. Auch an eine bessere Akzeptanz eines dicht gestellten, wenngleich sehr niedrigen Windparks, mag Barth nicht glauben. "Der Trend geht heute dazu, Windparks mit vielen kleinen Windrädern zu ersetzen durch wenige sehr hohe, leistungsfähigere Anlagen", berichtet er.

Dabiri lässt sich durch solche Einwände nicht beirren. Gerade prüft er, ob sein Konzept auch mit 18 Windrädern funktioniert. Die größte Herausforderung ist seiner Meinung nach ohnehin technischer Natur. "Die Zuverlässigkeit der vertikalen Windkraftanlagen muss noch besser werden", räumt er ein. "Den Entwicklungsvorsprung der etablierten Windräder müssen wir erst einmal aufholen."

© SZ vom 28.09.2011/mcs
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