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Allergien:Schutz ein Leben lang

Nicht nur eine Kindheit auf dem Bauernhof senkt das Risiko für Allergien, sondern auch Geschwister und Haustiere. Hauptsache, das Immunsystem hat frühzeitig mit möglichst vielen verschiedenen Keimen Kontakt.

Von Werner Bartens

Geschwister können zwar ziemlich anstrengend sein, aber immerhin sind sie von gesundheitlichem Nutzen. Ähnliches gilt für Haustiere. Der enge Austausch mit anderen Lebewesen schützt nämlich nachhaltig vor Allergien und Asthma. Dies gilt offenbar nicht nur für die Kindheit und Jugend, sondern das ganze Leben lang. Den allergrößten Schutz bietet allerdings die Kindheit auf einem Bauernhof. Die Vielfalt an Keimen ist dort so groß, dass die Immunabwehr frühzeitig trainiert wird und Allergien später nur halb so oft auftreten wie bei Erwachsenen, die in ihrer Kindheit ohne Tiere und besondere Nähe zu Geschwistern aufwuchsen. Forscher aus 14 Ländern haben mehr als 10 000 Erwachsene untersucht und zeigen, dass neben Tieren und Geschwistern auch die frühe Betreuung in Kita, Krippe oder anderen Einrichtungen Allergien entgegenwirkte (Thorax, online). "Wir haben zum ersten Mal an einer großen Gruppe Erwachsener gezeigt, dass die Nähe zu Keimen die Allergieneigung abschwächt", sagt Brittany Campbell, die Erstautorin der Studie. "Das gilt neben Asthma und Allergien auch für Heuschnupfen und ein überempfindliches Bronchialsystem." In der Studie zeigte sich, dass auch Stadtbewohner davon profitierten, wenn sie mit Hund, Katze, Wellensittich und mehreren Geschwistern aufwuchsen. Je bunter durcheinander, desto besser.

© SZ vom 28.09.2016
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