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Affen:Primaten-Paparazzi

Ständig sterben Tierarten aus, ohne Aufsehen zu erregen. Wird jedoch ein totgeglaubtes Äffchen nach 60 Jahren erstmals wieder fotografiert, sieht das ganz anders aus.

Der Traum eines jeden B-Promis: zum ersten Mal vor der Kamera und schon ein Star. Weltweite Aufmerksamkeit erfährt zurzeit ein Äffchen namens Horton-Ebenen-Schlanklori ( Loris tardigradus nycticeboides).

Forscher der Zoological Society of London haben erstmals seit 60 Jahren wieder einen Horton-Ebenen-Schlanklori fotografiert.

(Foto: AP)

Wie Forscher von der Zoological Society of London am Montag berichteten, ist es ihnen erstmalig gelungen, ein Exemplar der seltenen Primatenart zu fotografieren.

Die nachtaktiven Tiere aus der Gruppe der Feuchtnasenaffen sind in Sri Lanka endemisch, werden nur 17 Zentimeter lang und haben große, rote Augen. Ihre Art wurde 1937 entdeckt und dann mehr als 60 Jahre lang nicht wieder gesehen, so dass man die Spezies für ausgestorben hielt, bis Wissenschaftler sie im Jahr 2002 erneut sichteten.

Um die Existenz der Tiere nun mit einem Bild zu beweisen, harrten die britischen Forscher 200 Stunden im Urwald im Landesinneren von Sri Lanka aus.

Neben dem Foto gelang ihnen außerdem, eins der scheuen Äffchen einzufangen und zu untersuchen, bevor sie es wieder freiließen. Offenbar werden die Loris jedoch nicht nur aus Schüchternheit so selten gesehen. Nach Angaben der Wissenschaftler sind sie wegen der Abholzung des Regenwaldes in Sri Lanka tatsächlich vom Aussterben bedroht.