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Affen in der Werbung:Schlechter Tierschutz

Schimpansen, die in Serien auftreten oder Werbung machen, sollen Sympathie für die Sache dieser Tiere wecken, heißt es. Jetzt warnen Wissenschaftler, dass das Gegenteil der Fall ist.

Sind sie nicht niedlich, die Schimpansen, die für Strickwaren werben oder in lustigen Fernsehserien mitspielen?

FERNSEHSERIE "UNSER CHARLY"

Schimpanse Charly in der nach ihm benannten Fernsehserie. Wecken solche Auftritte Sympathie für die Sache dieser Tiere? Eher nicht.

(Foto: DPA/DPAWEB)

Mehr noch, sagen die Urheber solcher Werke: Wir wecken Sympathie für die Sache dieser Tiere, die in ihren natürlichen Lebensräumen bedroht sind.

Doch diese Rechtfertigung lässt sich nicht halten, versichern die Autoren einer Studie im Fachmagazin Plos One (online).

Die Primatologen und ein Marketing-Professor von der Duke University zeigten insgesamt 165 Versuchsteilnehmern drei verschiedene Sammlungen von TV-Spots, in denen für Produkte wie Zahnpasta und Soft-Drinks geworben wurde, aber auch Affen vorkamen:

Eine Gruppe sah einen Artenschutz-Appell von Jane Goodall, die zweite Gruppe Aufnahmen wilder Schimpansen im Dschungel, der dritten Gruppe schließlich wurden lustige Spots vorgeführt, in denen die Tiere in Menschenkleidung für Produkte warben.

Dabei zeigte sich, dass die Zuschauer der dritten Gruppe sich hinterher am wenigsten um die Affen sorgten. So waren sie unter anderem am wenigsten bereit, für den Artenschutz zu spenden.

© SZ vom 13.10.2011/cwb/mcs
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