Afar-DreieckStress am tiefsten Punkt Afrikas

Lavaseen, Salzkamine, gespaltene Vulkankegel: Das "Afar-Dreieck" am Horn von Afrika ist eine Landschaft der Superlative. Gewaltige Kräfte zerren dort an der Erdkruste.

Die Serie "Earth Talks" widmet sich geologischen Phänomenen. Alle Folgen hier.

Der Lac Assal ist ein Gewässer der Extreme. In Dschibuti am Rand einer Lavawüste gelegen, gehört er mit 35 Prozent Salzgehalt zu den salzigsten Seen der Erde. Mit einem Seespiegel von mehr als 150 Meter unter Meeresniveau markiert er zudem den tiefsten Punkt Afrikas. Und damit auch des Afar-Dreiecks, einer Senke, die mit etwa 175 000 Quadratkilometern Fläche fast vier Mal so groß ist wie die Schweiz.

Seit 30 Millionen Jahren ist die Erde dort ständig in Bewegung. Hunderte Meter bis Kilometer lange Risse und Brüche durchziehen den Wüstenboden. Manchmal quillt Lava aus großen und kleinen Kraterlöchern. Wasser aus unterirdischen Quellen und von sporadisch fließenden Flüssen sammelt sich in abflusslosen Becken. Weil es bei Temperaturen um die 30 bis mehr als 40 Grad Celsius rasch verdunstet, entstehen Salzseen wie der Lac Assal oder der benachbarte Lac Abbe.

Bild: Bernhard Edmaier 1. Mai 2019, 12:532019-05-01 12:53:16 © SZ.de/cvei