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Ältester Stern:Supernova spuckte Sternen-Großvater aus

All that remains of the oldest documented example of a supernova, called RCW 86, is seen in this image released by NASA

Aus einer frühen Supernova wie dieser soll der neu entdeckte Uralt-Stern entstanden sein

(Foto: REUTERS)

Er entstand nur 200 Millionen Jahre nach dem Urknall, ist nahe an der Erde und enthält fast kein Eisen: Astronomen beschreiben einen der ältesten Sterne der Milchstraße - ein ungewöhnliches Gestirn.

Australische Astronomen haben einen der ältesten Sterne der Milchstraße gefunden: Der vor 13,6 Milliarden Jahren entstandene Stern stamme aus den Anfängen des Universums, schreiben die Forscher in der Fachzeitschrift Nature (doi:10.1038/nature12990). Der Stern wäre damit nur etwa 200 Millionen Jahre nach dem Urknall geboren worden.

Der Stern SMSS 0313-6708 ist in vielerlei Hinsicht ungewöhnlich: "Der Stern entstand aus dem Material einer einzigen Supernova", schreiben die Astronomen. Bei dieser Sternenexplosion schleuderte der Vorläuferstern von SMSS 0313-6708 seine Bestandteile ins frühe Universum, bevor er als Schwarzes Loch kollabierte. Dieser Vorläuferstern muss wohl einer der ersten Sterne im Universum gewesen sein.

Nähe zur Erde

Der neue Stern enthält zudem keinerlei Eisen, dieses sei in dem Schwarzen Loch des Vorgängersterns verschluckt worden. So sei man dem enormen Alter des Himmelskörpers auf die Spur gekommen. "Der Eisenanteil im Universum steigt mit der Zeit", sagte Stefan Keller von der australischen National University in Canberra. Dies könne daher als "Uhr" für das Alter eines Sterns herangezogen werden. Beim neuen Stern betrage der Eisenanteil weniger als ein Millionstel des Eisengehalts der Sonne und sei mindestens sechzig Mal geringer als bei jedem anderen Stern. "Das bedeutet, dass unser Stern der bis heute älteste, jemals entdeckte Stern ist", sagte Keller.

Bisher waren zwei Himmelskörper mit einem Alter von rund 13,2 Milliarden Jahren die ältesten bekannten Gestirne. Zudem ist der nun beschriebene Stern nur 6000 Lichtjahre von der Erde entfernt.

© AFP/chrb/beu
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