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Zypern in der Krise:Der Sinn des Schuldenschnitts ist umstritten

Ob ein Schuldenschnitt bei der Lösung der Probleme helfen würde, ist nicht nur politisch umstritten, sondern auch ökonomisch. Gegner der Idee verweisen darauf, dass sich - anders als im Falle Griechenlands - die Anleihen der zyprischen Regierung zum allergrößten Teil in der Hand inländischer Banken befinden. Würden diese nun faktisch genötigt, auf einen Teil ihrer Forderungen zu verzichten, müssten die Euro-Staaten umgehend eine beinahe ebenso hohe Summe zur Rekapitalisierung der strauchelnden Institute aufwenden. Da diese zusätzlichen Darlehen wiederum auf die Staatsschuld Zyperns angerechnet würden, wäre nichts gewonnen.

Offenbar ging es Präsident Christofias vor allem um die Wahl

Die Regierung in Nikosia hätte sich bereits im Dezember für zahlungsunfähig erklären müssen, hätten ihr nicht die Pensionsfonds mehrerer großer Konzerne des Landes am Dienstag Kredite zugesagt. Damit ist wieder Geld da, um bis Februar alle staatlichen Aufgaben bezahlen zu können. Offenbar ging es dem scheidenden kommunistischen Präsidenten Dimitris Christofias vor allem darum, über den Wahltermin am 10. Februar zu kommen. Sein Nachfolger wird damit vom ersten Tag im Amt an um ausländische Hilfe bitten müssen.

Am 11. Januar wird Merkel bei einem Kongress in Nikosia reden - und am Rande wohl auch Christofias treffen, wie auch Vertreter der Troika aus IWF, Europäischer Zentralbank und EU-Kommission. Am 15. Januar soll der endgültige Bericht über den Zustand und den Finanzbedarf der zyprischen Banken vorliegen. In der Woche darauf tagen dann die Euro-Finanzminister, die nach bisheriger Planung das Hilfspaket in groben Zügen beschließen sollen. Nach Rücksprache mit ihren Parlamenten wollen die Minister dann endgültig zustimmen. Das Geld könnte damit gerade noch rechtzeitig im Februar zur Verfügung stehen.

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