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Zwischen den Zahlen:Traditionell fad

Mönche brauen ein neues Bier nach altem Rezept. Ein Schüler entsorgt altes Bier auf besondere Weise. Beide arbeiten mit mittelalterlichen Methoden.

Alte Bier-Rezepte und traditionelle Brau-Techniken sind in Mode. Häufig sind es kleine Craft-Beer-Brauereien, die das uralte Gebräu zum neuen It-Bier hochhipstern. Nicht so jedoch im belgischen Grimbergen in der Region Flandern. Dort sind es Mönche, die ein altes Rezept wiederbeleben. Subprior Karel Stautemas, der mit elf anderen Mönchen in dem Kloster lebt, verkündete am Dienstag die frohe Botschaft vor 120 Journalisten und Gästen. Die Ordensbrüder scheinen in Sachen Marketing-Kompetenz so mancher hippen Craft-Beer-Brauerei voraus zu sein.

Zumindest an Brauerfahrung können sie Einiges aufweisen: In dem Kloster wurde bereits im Jahr 1128 Bier hergestellt, bis das Gebäude in der Französischen Revolution abbrannte. Es gibt zwar seit 1958 wieder ein Grimbergen-Bier, doch das kommt vom Massenproduzenten Carlsberg. Jetzt, nach 220 Jahren Pause, brauen die Mönche wieder selbst, nachdem es ihnen gelungen ist, das auf Alt-Holländisch und Latein geschriebene Rezept im Klosterarchiv aufzustöbern und zu entziffern. Super, ein Bier wie zu Zeiten Beethovens? Nicht ganz. Die Mönche werden nur teilweise die traditionellen Zutaten verwenden. Denn: "Normales Bier war damals ein bisschen geschmacklos", wie der neue Braumeister der Abtei mitteilte. Da hat sich die jahrelange Suche nach dem alten Rezept ja gelohnt.

Apropos schmeckt nicht mehr: Kommen wir zu Teil zwei der Meldungen der Woche aus der Kategorie "Neues zu altem Bier". Ein Schülerpraktikant in einem Supermarkt im nordrhein-westfälischen Plettenberg wählte am Mittwoch eine mittelalterliche Methode, um abgelaufenes Bier zu entsorgen. Der Schüler kippte 80 Flaschen des Getränks in die Else, den örtlichen Fluss. Offenbar hatte der Chef ihm gesagt, er soll das Bier "in den Abfluss" schütten. Bei dem Praktikanten sind wohl Hopfen und Malz - na, Sie wissen schon