Zwischen den Zahlen Herz für Strauße

Die Tierliebe von Agrarministerin Klöckner kennt (fast) keine Grenzen. Sie kümmert sich auch um die in Deutschland lebenden Strauße. Das Problem ist nicht wirklich groß, jährlich werden 115 Tonnen produziert. Schweine wiegen weitaus schwerer.

Von Silvia Liebrich

Der Strauß ist ein ganz erstaunliches Tier. In heimischen afrikanischen Gefilden kann man ihn dabei beobachten, wie er mit bis zu 70 Sachen durch die Savanne brettert. Tierische Fleischfresser, die ihm und seiner Nachkommenschaft zu Nahe kommen, müssen sich auf einiges gefasst machen. Der Vogel, der vieles kann nur nicht fliegen, erreicht ein Gewicht von bis zu 135 Kilogramm. Ein schwungvoller Tritt kann sogar Löwen und Hyänen den Garaus machen.

Wer den Riesenvogel live sehen will, dem bleibt hierzulande nur der Weg in den Zoo oder zu einer der Straußenfarmen, die von Bayern bis Schleswig-Holstein ein bisschen Afrika-Feeling verbreiten. Bisher leben die Strauße dort zurückgezogen, doch das könnte sich ändern. Julia Klöckner (CDU), Agrarministerin mit einem Herz für Tiere, hat auch Straußenhalter fest im Blick, wie sie diese Woche bei einer Pressekonferenz wissen ließ.

Tierschützer müssen sich da die Frage stellen, ob sie nicht vielleicht ein wichtiges Betätigungsfeld übersehen haben. Sicher, es ist nicht von der Hand zu weisen, dass Deutschland klimatisch nicht der bevorzugte Lebensraum der Tiere sein dürfte. Fest steht auch, dass Strauße in Zuchtfarmen vor allem als Fleischlieferanten dienen. In der Regel bekommen die Tiere im Vergleich zu Hühnern, Puten oder Schweinen dort aber auch mehr Aufmerksamkeit und Auslauf.

Wie drängend das Problem ist, zeigt die Statistik: Laut Informationsdienst Eier&Geflügel liegt die deutsche Jahresproduktion von Straußenfleisch bei 115 Tonnen. Zum Vergleich: die Jahresproduktion von Geflügelfleisch liegt bei 1,5 Millionen, Schweinefleisch bei 5,3 Millionen Tonnen. Auch um das Wohl dieser Fleischlieferanten ist Klöckner sehr besorgt, wobei die Anteilnahme hier das tatsächliche Wohl der Tiere meist überwiegt. Bei so viel Einsatz kann man dem Strauß nur raten: Kopf in den Sand stecken und unsichtbar werden.