Zukunft der Energie Auf der Suche nach dem nachhaltigen Pfad

Für die Weltwirtschaft bedeutet die neue Unabhängigkeit der USA dem Papier zufolge auch, dass das boomende, aber rohstoffarme Asien als Abnehmer arabischen Öls noch wichtiger wird und "die Frage der Sicherheit der strategischen Handelswege vom Nahen Osten nach Asien in den Vordergrund rückt". Doch ganz werden die USA der globalen Verflechtung nicht entrinnen können, denn: "Kein Land ist eine 'Energieinsel". Das Land werde sich nicht von den Entwicklungen an den internationalen Märkten abschotten können, auch wenn es weniger Öl importiere.

Der Preis für ein Barrel Öl (circa 159 Liter) soll der IEA zufolge bis 2035 inflationsbereinigt auf 125 Dollar steigen. Derzeit liegt er bei 109 Dollar. Der Bericht zeigt in einem regionalen Schwerpunkt zum Irak auch, dass acht Jahre nach der amerikanischen Invasion die Ölproduktion in dem arabischen Staat auf Hochtouren läuft. Bis 2035 wird der Irak der IEA zufolge für fast die Hälfte des Anstiegs der Ölproduktion verantwortlich sein und Russland als zweitgrößten Exporteur abgelöst haben.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gründete die IEA 1974 in der ersten Ölkrise, auch, um ein Gegengewicht zur Opec zu schaffen. Heute gehören der IEA 28 Staaten an. Ihre Analysen und Prognosen sollen helfen, Energieversorgung zu sichern und hohe Energiepreise abzufedern. Mittlerweile gehört auch der Umbau zu klima- und umweltfreundlichen Energieformen zu ihren Schwerpunkten. Kritiker, darunter auch Vertreter der erneuerbaren Energiebranche, haben der Organisation in der Vergangenheit vorgeworfen, das Potential dieser Formen der Stromerzeugung systematisch kleinzurechnen, weil sie der Öl- und Nuklearindustrie zu nahe stehe.

Der globale Energieverbrauch soll dem Bericht zufolge bis 2035 um ein Drittel steigen - vor allem, weil China, Indien und der Nahe Osten so viel Brennstoff brauchen. Bei diesem Boom spielen umweltfreundliche Formen der Energiegewinnung nicht die Rolle wie erhofft. Die Diagnose ist nach jahrelanger Debatte um Klimawandel und Ökostrom ernüchternd: Es gelinge wohl immer noch nicht, "das globale Energiesystem auf einen nachhaltigeren Pfad zu lenken", heißt es im Weltenergieausblick.

Ziel der internationalen Gemeinschaft ist es, die Erderwärmung in der Zukunft auf maximal zwei Grad Celsius zu begrenzen. Gegenwärtig sieht es so aus, als würde dieser Punkt bereits 2017 erreicht. Auch wenn nun schnell energieeffizientere Technologien eingeführt würden, blieben der Welt vielleicht fünf Jahre mehr, um sich endlich auf eine Verringerung der Emissionen zu einigen, sagt IEA-Chefökonom Birol. Allerdings zeige die Analyse, "dass ohne konzertierte politische Bemühungen zwei Drittel des ökonomisch realisierbaren Potenzials zur Verbesserung der Effizienz bis 2035 nicht realisiert werden".

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Summa summarum zu Energie

"Auf keinen Fall die Chinesen kopieren"

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