Die EU hat sich in der Nacht auf eine vollständige Umsetzung des umstrittenen Handels- und Zolldeals mit den USA geeinigt. Vertreter der Mitgliedstaaten und des Europaparlaments beschlossen, Zölle auf US-Industriegüter abzuschaffen und Meeresfrüchten sowie Agrarprodukten besseren Marktzugang zu geben. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump der EU eine Frist für eine Einigung gesetzt und gedroht, Zölle auf Autos aus der EU zu erhöhen.
Die EU will sich bei der Abmachung mit einem Sicherheitsnetz schützen: Die Zollvorteile können ausgesetzt werden, wenn die USA ihre Zusagen nicht vollständig einhalten, etwa bei erneuten Zollerhöhungen. Zudem ist ein Ablaufdatum vorgesehen. Zum Ende des Jahres 2029 sollen die Auswirkungen auf Europas Wirtschaft überprüft werden, erklärte der Vorsitzende des Handelsausschusses, Bernd Lange (SPD). Die EU-Kommission soll künftig alle drei Monate über die Handelsentwicklung berichten und sechs Monate vor Ablauf eine umfassende Bewertung vorlegen.
Der Deal war im vergangenen Sommer vereinbart worden, um einen Handelskrieg abzuwenden, die EU akzeptierte dabei US-Zölle von bis zu 15 Prozent auf die meisten Exporte. Die Einigung muss noch vom Ministerrat und vom Plenum des Europaparlaments bestätigt werden. Spätestens am 4. Juli sollen die Regelungen in Kraft treten.

