Was sind Strafzinsen?

Ein knappes Gut ist teuer. Der ökonomische Grundsatz von Angebot und Nachfrage gilt eigentlich auch beim Geld. Hat die Bank wenig Einlagen, dann wird der Kredit teurer. Gibt es viel Geld, dann sinkt der Darlehnszins. Das Zentralorgan für die Geldversorgung und die Festsetzung des Preises für Geld sind die Notenbanken. Über den Leitzins steuern sie die Zinshöhe, zu der Banken Kredite vergeben. Die EZB hat den Leitzins bei 0,05 Prozent fixiert. Daneben gibt es aber auch noch einen anderen Leitzins: den Einlagezins. Der wird auf Überschüsse fällig, die Europas Banken auf ihren Girokonten bunkern. Diese Konten liegen bei der EZB. Die Notenbank erhebt mittlerweile einen Strafzins von 0,3 Prozent auf diese Einlagen. Wer Geld hortet, wird also bestraft. Man möchte Banken dazu bewegen, das überschüssige Geld als Kredit in die Wirtschaft zu leiten. So soll Wachstum entstehen. Doch weil das nicht funktioniert, wird die EZB den Strafzins am Donnerstag sehr wahrscheinlich weiter erhöhen. Strafzinsen erheben auch die Zentralbanken in der Schweiz, in Dänemark, Schweden und Japan. Die Erfahrungen sind unterschiedlich. Mitunter verteuern Banken sogar ihre Kreditzinsen für Kunden.

Bild: Christoph Schmidt/dpa 10. März 2016, 12:002016-03-10 12:00:44 © SZ/jasch