Aktuelles LexikonWas ist ein Zar?

Auch so ein Zar: Tom Homan, der „Border Czar“ von Donald Trump.
Auch so ein Zar: Tom Homan, der „Border Czar“ von Donald Trump.
Mark Schiefelbein/AP Photo

Im alten Rom, in Russland, in den USA – und demnächst auch wieder in Deutschland? Zur Herkunft eines Wortes und der damit verbundenen Tätigkeit.

Von Robert Probst

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Ein Wort wandert nach Westen. Der Zar war früher in Osteuropa zu Hause und regierte ein Land absolutistisch. Heute ist er vor allem in den USA unterwegs und hat auch einige Macht. Ein „Czar“ ist dort ein Beamter oder Berater, der Projekte überwacht, die über die Zuständigkeiten einzelner Ministerien hinausgehen, etwa bei Bildung, Energie oder Drogen. Natürlich gibt es auch einen „Border Czar“, also für den Grenzschutz. Erfunden wurde die inoffizielle Bezeichnung unter Präsident Franklin D. Roosevelt (1933–1945), die Liste seither wird immer länger, sie reicht von „Aids Czar“ bis „Weapon Czar“. Das Wort selbst leitet sich von Caesar ab, dem Begriff für den Kaiser im antiken Rom. Gebräuchlich war der Titel vor allem seit dem 16. Jahrhundert in Russland, bis 1917. Der Ökonom Moritz Schularick bekräftigt nun für Deutschland seine Forderung nach einem Zaren; einen Rüstungszaren, „der mit politischer Macht ausgestattet ist, Industrie, Start-ups und Ministerien zusammenbringt“, wie er im SZ-Interview sagt. Ein Vorbild kennt er auch – den „Rüstungszar“ Walther Rathenau, der als AEG-Manager die deutsche Industrie im Ersten Weltkrieg auf Kriegswirtschaft umstellte.

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