Der regelmäßige Besuch beim Zahnarzt ist notwendig, aber lästig. Und er tut manchmal weh. Vielleicht ist das einer der Gründe dafür, warum Zahnärzten nicht immer ganz so viel Mitgefühl zuteilwird wie anderen Berufsständen. Das lässt sich im Moment in Berlin beobachten, wo das Versorgungswerk der Zahnärztekammer nach ersten Schätzungen eine Milliarde Euro verloren hat. Etwa die Hälfte des Vermögens, mit dem die Rente für etwa 10 000 Zahnärzte gesichert werden sollte, verschwand in risikoreichen Investitionen in Luxushotels, Start-ups und in eine norddeutsche Garnelenzucht. Die Reaktionen auf das Desaster waren recht erwartbar: Haha, eine Garnelenzucht! Da haben sie sich verzockt, die Zahnärzte – aber es trifft ja eher vermögende Menschen. Und warum eigentlich zahlen die nicht wie wir alle in die gesetzliche Rentenversicherung ein? Sind die nicht selbst schuld? Nein, es fehlt eine ordentliche Aufsicht über die Kassen.
MeinungVersorgungswerkeZahnärzte wissen: Schlampige Kontrolle schadet ihrem Vermögen
Kommentar von Gunnar Herrmann
Lesezeit: 2 Min.

Die Milliardenverluste der Pensionskasse der Berliner Zahnärzte lädt zu Grundsatzdebatten über das Rentensystem ein. Aber die eigentlichen Lehren aus dem Desaster sind simpler – und sollten schleunigst zu Reformen führen.
