bedeckt München

Zahlungsverkehr:Mastercard auf fast 17 Milliarden Euro Schadenersatz verklagt

Mastercard ist einer der führenden Anbieter bei Kreditkartenzahlungen - und soll jahrelang zu viel von seinen Kunden kassiert haben.

(Foto: pixabay.com; Bearbeitung SZ.de)
  • Dem Kreditkartenanbieter Mastercard droht in Großbritannien eine Schadenersatzklage in Milliardenhöhe.
  • Dem Unternehmen wird vorgeworfen, Verbrauchern durch überhöhte Gebühren jahrelang geschadet zu haben.

Der Kreditkartenanbieter Mastercard ist in Großbritannien auf umgerechnet 16,7 Milliarden Euro Schadenersatz verklagt worden. Dem US-Kreditkartenanbieter wird vorgeworfen, mit überhöhten Gebühren für den Einsatz von Bank- oder Kreditkarten Verbrauchern jahrelang indirekt geschadet zu haben. Sollte der Klage stattgegeben werden, könnten rund 46 Millionen britische Verbraucher Ansprüche auf Entschädigung haben.

Bei dem Kläger handelt es sich um den ehemaligen Ombudsmann für die britische Finanzbranche, Walter Merricks. Bis 2009 war er dafür zuständig, Streitigkeiten zwischen Verbrauchern und den Instituten zu schlichten. Laut der Kanzlei Quinn Emanuel, die die Klage vor dem britischen Wettbewerbsgericht einreichte, handelt es sich um die größte Schadenersatzklage in der Geschichte Großbritanniens.

Mastercard will sich gegen die Klage wehren

Der Klage war ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) aus dem Jahr 2014 vorausgegangen, nach dem Mastercard zwischen 1992 und 2008 im internationalen Zahlungsverkehr zu hohe Gebühren verlangt hat. Die Klage gegen den weltweit zweitgrößten Kreditkartenanbieter sei der erste Schritt, damit die Verbraucher eine Entschädigung erhielten, erklärte Merricks.

Mastercard wies die Anschuldigungen zurück und kündigte an, sich entschieden gegen die Vorwürfe zu wehren. Gleichzeitig rechtfertigt das Unternehmen die Höhe der Gebühren: "Durch Sicherheit, Komfort und den Schutz unserer Kunden liefern wir einen echten Wert und wir sind dazu verpflichtet in unsere Bezahldienste zu investieren, um den schnell wachsenden Ansprüchen unserer Kunden gerecht zu werden", teilte Mastercard mit.

© SZ.de/Reuters/dpa/jps/bepe
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema