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Wohnungsmarkt:Großfusion angekündigt

Ado Properties, Adler und der Projektentwickler Consus schließen sich zusammen. Es entsteht das drittgrößte börsennotierte Wohnungsunternehmen in Deutschland nach Vonovia und Deutsche Wohnen.

Der Berliner Mietendeckel und die Wohnungsknappheit treiben deutsche Immobilienfirmen in eine Dreier-Fusion. Die bisher nur in der Hauptstadt vertretene Ado Properties will sich mit ihrem in Norddeutschland aktiven Großaktionär Adler Real Estate zusammenschließen und sich anschließend den Projektentwickler Consus Real Estate einverleiben, der für Nachschub an Mietwohnungen und Wohnvierteln sorgen soll. Aus Ado, Adler und Consus entstehe das drittgrößte börsennotierte Wohnungsunternehmen in Deutschland mit 80 000 Einheiten im Wert von 8,6 Milliarden Euro, sagte Thierry Baudemoulin, seit der vergangenen Woche Ado-Vorstandschef. Nummer eins und zwei sind Vonovia und Deutsche Wohnen.

"Wir sind fest entschlossen, die Wohnungs-Knappheit in Deutschland zu reduzieren", sagte Adler-Co-Chef Maximilian Rienecker, der die fusionierte Firma zusammen mit Baudemoulin führen soll. Die in Luxemburg registrierte Ado Properties soll den Namen Adler Real Estate Group übernehmen. Firmensitz bleibt Berlin. Mit einem Börsenwert von mehr als 2,2 Milliarden Euro und einem Streubesitz von etwa 80 Prozent sei die neue Adler Real Estate ein Kandidat für den Nebenwerteindex MDax. Bisher sind beide im SDax gelistet.

Wachstumschancen über den Kauf von Mietwohnungen gibt es für die privaten Vermieter in Deutschland kaum noch. Kommunale Wohnungsgesellschaften, etwa in Berlin, kaufen sogar Bestände zurück, um den steigenden Mietpreisen entgegenzuwirken. Der vom Berliner Senat beschlossene Mietendeckel hat die Eigentümer in der Hauptstadt zusätzlich verunsichert. Einige Unternehmen wie der Marktführer Vonovia bauen nun verstärkt selbst.

In das Geschäft wollen Ado und Adler mit der Übernahme des Projekt-Entwicklers Consus Real Estate nun für bis zu 1,2 Milliarden Euro einsteigen. Dieser plant oder baut an Objekten mit einem Volumen von zehn Milliarden Euro in den neun größten deutschen Städten, wie es heißt.

Ado Properties ist an der Börse gut 1,5 Milliarden Euro wert. Um die Übernahme zu finanzieren und die Schulden von Adler abzulösen, bekommt Ado einen Kredit über 3,5 Milliarden Euro von der Bank JP Morgan. Zwischen April und September sei zudem eine bis zu 500 Millionen Euro schwere Kapitalerhöhung geplant.

© SZ vom 17.12.2019 / Reuters
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