Wohnungsbau in Städten:Deutschland stockt auf

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Hier könnten noch mehr Menschen leben: Plattenbausiedlung Marzahn in Berlin. (Foto: N/A)

Weil der Wohnraum knapp wird, wollen immer mehr Großstädte in die Höhe bauen. Doch neue Türme entstehen nur für Reiche, gegen Aufbauten auf bestehende Häuser wehren sich Nachbarn. Es bräuchte einen Kompromiss.

Von Michael Bauchmüller, Sophie Burfeind und Benedikt Müller

Die Sonne brennt an diesem Tag, und hier oben auf der Berliner Dachterrasse scheint man ihr noch ein bisschen näher zu sein. Es sind 30 Grad, die sich anfühlen wie 40, passender könnte das Wort Sommerreise für den Ausflug von Barbara Hendricks nicht sein. Die Bundesbauministerin kommt mit Sonnenbrille und Leinenbluse und tritt erst mal an die Brüstung, wie es automatisch alle tun, die aus der Tür des 26. Stocks des Hochhauses treten und plötzlich über den Dächern von Berlin stehen. Man sieht den Fernsehturm, die Kuppel des Reichstags, die Spree, kleine, gelbe Trambahnen und vor allem: Flachdächer. Links, rechts, überall. Hier, hoch über dem Platz der Vereinten Nationen, will Hendricks zeigen, wo es in die Höhe gehen kann. Die Plattenbauten sollen wachsen. Die Stadt Berlin geht davon aus, dass auf den Dachgeschossen 50 000 neue Wohnungen entstehen könnten, 10 000 davon will die Wohnungsbaugesellschaft Berlin Mitte (WBM) in den kommenden zehn Jahren bauen. Ihr gehört das Haus, sie hat zum Termin geladen.

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