Wohnen - Hannover:DGB und Armutskonferenz fordern mehr bezahlbaren Wohnraum

Deutschland
Balkone von einem mehrstöckigem Haus. Foto: Lucas Bäuml/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

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Hannover (dpa/lni) - Angesichts steigender Mietkosten hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Niedersachsen einen sechsjährigen Mietenstopp und mehr bezahlbare Neubauwohnungen gefordert. Haushalte in großen niedersächsischen Städten müssten laut einer Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung oft mehr als 30 Prozent des Haushaltseinkommens für die Warmmiete ausgeben, teilte der DGB am Dienstag mit. In Hannover seien 51 Prozent der Mieter durch Wohnkosten überlastet, in Oldenburg 57 Prozent, in Braunschweig und Wolfsburg je 46 Prozent und in Göttingen knapp 50 Prozent.

"Vor allem Beschäftigte mit geringem und mittlerem Einkommen müssen einen großen Teil ihres Einkommens an den Vermieter zahlen", sagte DGB-Landeschef Mehrdad Payandeh. Es reiche nicht aus, dass die Landesregierung den sozialen Wohnungsbau fördere. Die CDU müsse ihre "Blockadehaltung" gegen eine Landeswohnungsbaugesellschaft aufgeben, und die Regierung müsse die Kommunen stärken, damit diese den lokalen Wohnungsmarkt gestalten könnten. Unter dem Strich fehlten in Hannover 39.290 bezahlbare Wohnungen, in Braunschweig 11.524 und in Oldenburg 10.732. Für die Studie wurde die Wohnsituation in 77 deutschen Großstädten analysiert.

Vor einer "Armut durch Miete" für eine wachsende Zahl von Haushalten warnte der Geschäftsführer der Landesarmutskonferenz, Klaus-Dieter Gleitze. In Ballungsräumen müsse das Land mit den kommunalen Wohnungsbaugesellschaften das Angebot aus eigener Kraft erhöhen und die Förderung des sozialen Wohnungsbaus stark ausweiten. Der Bestand an Sozialwohnungen müsse mindestens um 100.000 angehoben werden. Vorrangige Empfänger der Fördermittel sollten öffentliche Wohnungsunternehmen und Genossenschaften sein.

© dpa-infocom, dpa:210615-99-06149/3

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