Wohnen Deutschland braucht ein Bauministerium

Das Thema Wohnen ist die vermutlich größte Herausforderung für die Politik in den nächsten Jahren.

(Foto: dpa)

Horst Seehofer hat mit Gunther Adler ausgerechnet seinen Wohnexperten unter den Staatssekretären geopfert. Dabei ist das Thema von immenser Bedeutung.

Kommentar von Peter Fahrenholz

Der Wirbel um die skandalöse Beförderung von Hans-Georg Maaßen verdeckt, dass Innenminister Horst Seehofer dabei einen weiteren Fehler begangen hat, dessen politische Auswirkungen vermutlich noch gravierender sind. Denn dass Seehofer als Bauernopfer ausgerechnet den einzigen Bauexperten unter seinen vielen Staatssekretären in die Wüste geschickt hat, ist unfassbar.

Seehofer zeigt damit - und das unmittelbar vor dem Wohnungsgipfel der Bundesregierung - welchen Stellenwert für ihn die Zuständigkeit für den Wohnungsbau hat, die er beim Koalitionsgeschacher an sich gerafft hat: keinen. Es war von Anfang an eine Fehlkonstruktion, den Wohnungsbau dem riesigen Innenministerium zuzuschlagen, dessen Minister mit seinen originären Aufgaben bereits mehr als ausgelastet ist.

Dabei ist das Thema Wohnen die vermutlich größte Herausforderung für die Politik in den nächsten Jahren. Explodierende Mieten und Immobilienpreise, die Gentrifizierung ganzer Stadtviertel, bei der die angestammten Bewohner verdrängt werden - hier schlummert enormer sozialer Sprengstoff. Die Aufgabe, bezahlbaren Wohnraum für alle zu schaffen und zu sichern, ist immens. So immens, dass dafür ein eigenes Bauministerium mit entsprechenden Kompetenzen gerechtfertigt wäre.

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