Wirtschaftsskandale im RückblickLidl-Spitzel und Bahn-Boni

Erinnern Sie sich noch an die Spitzelaffäre bei der Telekom? An die Kameras bei Lidl und Edeka? Und den Bedienzuschlag bei der Bahn? Fest steht: Die deutschen Unternehmen machten im Jahr 2008 keine gute Figur. In Bildern

Ende März 2008 deckt das Magazin Stern auf, dass der Lebensmitteldiscounter Lidl, mit Hilfe von Detektiven seine Mitarbeiter systematisch überwacht. In mehr als 500 Filialen werden private Angelegenheiten von Mitarbeitern festgehalten - etwa wie häufig Mitarbeiter auf die Toilette gehen oder wer mit wem ein Liebesverhältnis hat. Lidl versucht sich mit einer fadenscheinigen Ausrede aus der Affäre zu ziehen: Es gehe lediglich darum, Waren gegen Diebstahl zu sichern. "Offensichtlich übereifrige Detektive" hätten jedoch über ihren Auftrag hinaus Informationen beschafft. Dieser sogenannte "Übereifer" der Detektive kommt Lidl teuer zu stehen: Im September entscheidet das baden-württembergische Innenministerium, dass der Discounter ein Bußgeld in Höhe von fast 1,5 Millionen Euro zahlen muss.

Doch die Bespitzelungsaffäre hat weitere Ausmaße als zunächst angenommen. Denn nur wenige Wochen später räumen die Lebensmitteldiscounter Edeka und Plus ein, ihre Angestellten ebenfalls per Video überwacht zu haben. Von systematischer Überwachung will man jedoch auch hier nichts wissen.

Fotos: dpa/AP

3. Dezember 2008, 09:282008-12-03 09:28:00 ©