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Wirtschaftskrise trifft BMW:Gewinn bricht um 90 Prozent ein

Dramatik in München: Ein tiefrotes Schlussquartal verhagelt BMW die Bilanz 2008. Die Experten hatten weit bessere Zahlen erwartet.

Zum ersten Mal seit dem Jahr 2000 hat BMW rote Zahlen geschrieben: Im vierten Quartal 2008 fuhr der Münchner Autohersteller ein Minus von 960 Millionen Euro ein, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Im Gesamtjahr reichte es dank der guten ersten Hälfte zwar noch für ein Plus, der Gewinn brach aber um 89,5 Prozent auf 330 Millionen Euro ein. Der Umsatz sackte im vierten Quartal um 18,2 Prozent auf 12,8 Milliarden Euro ab, im Gesamtjahr ging er um fünf Prozent auf 53,2 Milliarden Euro zurück.

BMW-Produktion in Leipzig: Der Automobilhersteller hat Kurzarbeit angemeldet, davon sind 26.000 Mitarbeiter betroffen.

(Foto: Foto: AP)

Der Konzern will nun die Dividende für 2008 auf 30 Cent pro Stammaktie kürzen. Für das Rekordjahr 2007 hatte er seinen Eigentümern noch 1,06 Euro pro Anteil bezahlt.

BMW-Aktien stürzten nach Bekanntgabe der Zahlen ab. Zwischenzeitlich lagen sie 11,7 Prozent im Minus. Analysten hatten mit besseren Zahlen gerechnet.

So hatte die Landesbank Baden Württemberg dem Autobauer für das Gesamtjahr einen Gewinn von 1,02 Milliarden und für das vierte Quartal einen Verlust von 272 Millionen Euro vorhergesagt.

BMW hatte nach einem guten Start in der zweiten Jahreshälfte 2008 infolge der Finanzmarktkrise unter massiven Absatzeinbrüchen gelitten. Im Gesamtjahr hatte das Unternehmen 1,436 Millionen Autos verkauft, 4,3 Prozent weniger als 2007. In November und Dezember hatte der Absatz rund ein Viertel unter den Vorjahreswerten gelegen.

Sonderbelastungen

Auch im Januar und Februar 2009 musste BMW Absatzrückgänge in dieser Größenordnung verkraften. BMW hat bereits Kurzarbeit angemeldet, von der derzeit rund 26.000 Mitarbeiter betroffen sind.

Der Konzern machte auch Sonderbelastungen für den Ergebnisrückgang 2008 verantwortlich. So sei eine zusätzliche Risikovorsorge für Probleme aus dem Leasinggeschäft in Höhe von 1,97 Milliarden Euro notwendig gewesen.

Dabei geht es vor allem um die sinkenden Werte der Gebrauchtwagen aus Leasingverträgen und die Gefahr von Kreditausfällen bei der BMW-Finanzsparte. BMW-Chef Norbert Reithofer sprach von einem schwierigen Marktumfeld. Er betonte, BMW habe seine Kostenstruktur verbessert und verfüge über eine sehr solide Finanzposition. Der Bestand an flüssigen Mitteln und Wertpapieren sei auf 8,1 Milliarden Euro gestiegen.