bedeckt München
vgwortpixel

Wirtschaftskrise:Spaniens Arbeitslosenzahl sinkt überraschend

Ein wenig Hoffnung für den Krisenstaat: In Spanien haben sich viel mehr Arbeitslose beim Jobcenter abgemeldet als erwartet. Ministerpräsident Rajoy jubelt schon: "Das Schlimmste ist vorbei."

Die Zahl der registrierten Arbeitslosen ist in Spanien überraschend stark zurückgegangen. Wie das Madrider Arbeitsministerium mitteilte, waren im Mai bei den Arbeitsämtern 4,89 Millionen Erwerbslose gemeldet, 98.000 weniger als im Vormonat. Dieser Rückgang sei der größte in einem Mai seit Beginn der Erhebungen nach der jetzigen Methode vor 16 Jahren.

Die Regierung ist erfreut: "Diese Daten sind eindeutig positiv", sagte Arbeitsministerin Fátima Báñez. "Sie zeigen, dass wir Anlass zur Hoffnung haben." Die Regierung werde versuchen, die Zahl weiter zu senken.

Spaniens Premier Mariano Rajoy hatte bereits am Wochenende angekündigt, die neuen Arbeitslosenzahlen würden "ermutigend" sein, berichtete El País. "Das Schlimmste ist schon vorbei", sagte Rajoy.

Die Statistik des Arbeitsministeriums berücksichtigt nur die gemeldeten Erwerbslosen. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen taucht in ihr nicht auf. Das Ministerium nennt auch keine Arbeitslosenquote. Diese liegt nach Angaben des Statistikamts bei 27,2 Prozent.

Ein weiterer spanischer Konjunkturindikator fiel gerade sehr positiv aus. Der Einkaufsmanagerindex für die verarbeitende Industrie stieg auf ein Zwei-Jahres-Hoch (PDF). Das sei ein Hoffnungsschimmer, kommmentiert der Finanzdienst Reuters. Der Index misst, wie einkaufsfreudig Manager in der Industrie sind. Er gilt als besonders frühzeitiger Hinweisgeber, wohin sich die Wirtschaft entwickeln wird. Noch steckt sie tief in der Rezession.