Wirtschaftskrise Euro-Staaten machen weniger Schulden

Sonnenuntergang in Athen: Die Schuldenkrise hat Europa im Griff.

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Die Kreditlast hat Staaten wie Griechenland zerdrückt. Seit 2007 steigt die Schuldenquote in der Euro-Zone. Immerhin gehen die Haushaltsdefizite zurück - und sogar Griechenland kann sich über eine gute Nachricht freuen.

Wie sehr hat die Schuldenkrise den Kontinent Europa noch im Griff? Der Schuldenberg steigt weiter an - das zeigen neue Daten der Statistikbehörde Eurostat (PDF). Die gesamten Kredite eines Staats werden in Relation zur seiner gesamten Wirtschaftsleistung gesetzt, um die sogenannte Schuldenquote zu berechnen. Sie stieg 2013 in der Euro-Zone auf 92,6 Prozent, von 90,7 Prozent in 2012.

Die Geschwindigkeit, mit der sich die Euro-Staaten verschulden, geht allerdings weiter zurück. Lag das Defizit der Staaten 2012 noch bei 3,7 Prozent, fiel der Wert zuletzt auf 3 Prozent.

Das Haushaltsloch in Griechenland ist größer geworden. Es lag 2013 bei 12,7 Prozent der Wirtschaftsleistung, im Vergleich zu 8,9 Prozent im Vorjahr. Da Schuldenstand und Defizit ins Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt gesetzt werden, steigen die Werte, wenn ein Land in der Krise steckt - genau das passiert in Griechenland.

Die Regierung in Athen und die Europäische Kommission hatten bereits versprochen, dass Griechenland für 2013 erstmals seit Ausbruch der Krise einen Primärüberschuss präsentieren kann. Er berücksichtigt nur Staatsausgaben, die nicht in Zinsen für Kredite oder in die Bankenrekapitalisierung fließen. Beides sind große Ausgaben für Athen.

Die Statistikbehörde Eurostat bezieht diese Ausgaben mit ein und kommt somit noch auf ein deutliches Minus von mehr als 23 Milliarden Euro. Die Europäische Kommission rechnet anders und kommt in ihrer Rechnung wiederum auf einen Primärüberschuss in Höhe von 1,5 Milliarden Euro. Diese Definition wurde zu Beginn der Hilfsprogramme für Griechenland festgelegt.

Die Regierung in Athen kann diesen Überschuss als gute Nachricht präsentieren. Immerhin zeigt der Wert tatsächlich, dass sie mehr Geld einnimmt, als sie ausgibt, sofern man ohne Sondererffekte wie die Kosten für die Bankenrettung und die strukturellen Ausgaben durch Kreditzinsen rechnet. "Die griechischen Schulden sind tragfähig", sagte ein Sprecher der EU-Kommission.

Deutschland hat nach der Definition von Eurostat einen ausgeglichenen Haushalt geschafft. Weil die Wirtschaft gewachsen ist, sank die Schuldenquote von 81 auf 78,4 Prozent.

Portugal bekommt wieder günstig Kredite am Kapitalmarkt

In den Krisenländern Spanien, Irland, Zypern und Portugal, die 2013 Notkredite von den Euro-Partnern bekommen haben, geht es vorwärts: Sie verringerten im vergangenen Jahr ihr Defizit.

Positive Signale für Portugal gab es auch vom Kapitalmarkt: Der Staat hat an diesem Mittwoch zum ersten Mal seit drei Jahren wieder eine Staatsanleihe mit zehn Jahren Laufzeit versteigert, um einen Kredit aufzunehmen. Die Rendite, die Anleger erhalten, betrug 3,57 Prozent - und war damit relativ niedrig. Bis zum 17. Mai bekommt Portugal noch Notkredite von den Euro-Partnern und dem internationalen Währungsfonds. Danach will sich die Regierung wieder komplett am Markt finanzieren.

Hier eine Karte der Schuldenquoten in der EU - je röter das Land, desto höher die Kreditlast. (Direkter Link für Smartphone-Leser.)

Welche Staaten haben 2013 weniger Schulden als 2012? Nur wenige Länder - diese sind grün markiert - haben das geschafft. (Direktlink für Smartphone-Leser.)