Wirtschaftskriminalität In Panama laufen Ermittlungen gegen Mossack Fonseca

Mossack Fonseca, jene Kanzlei, deren dunkle Geschäfte durch die Enthüllungen der Panama Papers erst öffentlich wurden, hat seit April neben der Filiale in El Salvador noch acht weitere Außenstellen geschlossen. Die Firma sei "am Ende", erklärte unlängst der panamaische Präsident Juan Carlos Varela. Sein Freund und Ex-Berater Ramón Fonseca, der einer der Eigentümer der Kanzlei ist, müsse sich nun seiner Verantwortung stellen - "und am Ende auch dem Richter".

Schon jetzt sitzt eine frühere Repräsentantin von Mossack Fonseca in Venezuela im Gefängnis. Die Behörden werfen ihr Verstöße gegen das Bankengesetz vor. Und auf den Britischen Jungferninseln, wo Mossack Fonseca so viele Briefkastenfirmen gegründet hat wie in keiner anderen Steueroase, verhängten die Behörden jüngst eine Rekordstrafe von 440 000 Dollar gegen die Kanzlei.

In Panama selbst laufen seit April Ermittlungen gegen Mossack Fonseca. Die Büros der Firma wurden schon zweimal durchsucht. Wann die Ermittlungen abgeschlossen sein sollen, ist derzeit in Panama nicht zu erfahren. Nur so viel: Man habe sich seit April mit Ermittlern und Diplomaten von neun Ländern getroffen, um diese bei ihren eigenen Ermittlungen zu unterstützen. Das allein ist eine kleine Revolution. Denn früher, vor den Panama Papers, bekamen die Ermittler nicht einmal eine Antwort auf Briefe und E-Mails.

Geblockt wird aber immer noch, auch in Europa. Das Europäische Parlament setzte zwar einen Untersuchungsausschuss ein. Doch der wird von den Mitgliedsstaaten ausgebremst. Vize-Ausschusschef Fabio De Masi von den Linken bat die Staaten um einen "Überblick über die gerichtlichen, parlamentarischen und anderen Untersuchungen", die von den Panama Papers in der Europäischen Union ausgelöst wurden. Die lapidare Antwort: "Die von dem Herrn Abgeordneten erbetenen Informationen liegen dem Rat nicht vor."

Die Panama-Papers-Berichte der SZ zum Nachlesen unter www.panamapapers.de.

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