Wirtschaftswissenschaften:Zum Tod von Manfred Neumann

Lesezeit: 1 min

Wirtschaftswissenschaften: Manfred Neumann wurde in Berlin geboren und studierte in Göttingen, Erlangen-Nürnberg und Marburg, wo er 1966 promovierte. Er lebte zuletzt in Bonn.

Manfred Neumann wurde in Berlin geboren und studierte in Göttingen, Erlangen-Nürnberg und Marburg, wo er 1966 promovierte. Er lebte zuletzt in Bonn.

(Foto: oh)

Er war ein Monetarist durch und durch, der Bonner Wirtschaftsprofessor Manfred J.M. Neumann. Er prägte die Wissenschaft und war Doktorvater von Jens Weidmann. Jetzt ist Neumann mit 75 Jahren gestorben.

Von Nikolaus Piper

Wenige Ökonomen in Deutschland gibt es, die man uneingeschränkt als "Monetaristen" klassifizieren kann. Manfred J.M. Neumann war einer von ihnen. Scharfzüngig, kompromisslos, aber auch mit Witz und Charme focht der Professor für internationale Wirtschaftspolitik von der Universität Bonn für seine Überzeugung: Dass die Notenbank für ein gleichmäßiges Wachstum der Geldmenge sorgen soll und der Staat sich im übrigen aus der Marktwirtschaft herauszuhalten hat. Entsprechend begleitete er Politiker alle Parteien, vor allem aber die Europäische Zentralbank immer wieder mit beißender Kritik. Über die Versuche von Europas Regierungen zur Rettung des Euro sagte er bei einer Veranstaltung der Süddeutschen Zeitung: "Die Politik hat Angst vor den Märkten. Und die Märkte schauen, ob die Politik Angst hat." Unter der Überschrift "Der Euro kommt zu früh" verfasste er bereits 1998 einen Aufruf gegen die Währungsunion, der von 155 deutschen Professoren unterzeichnet wurde.

SZ-Plus-Abonnenten lesen auch:
Zigarettenrauch
Essay
Rauchen, um sich ganz zu fühlen
Medizin
Wie die Art der Geburt den Immunschutz prägt
Arbeitskultur
Du bist nicht dein Job
Silvester Menü
Essen und Trinken
»Beim Kochen für Gäste geht es auch um Anerkennung«
Bundesarbeitsgericht
Arbeitszeiterfassung wird Pflicht
Zur SZ-Startseite