Wirtschaft kompakt:Weniger Süßes im Osten

Zucker wird rationiert - zumindest in manchen Filialen von Lidl und Kaufland. Außerdem: Ein Unbekannter behauptet, den Kurznachrichtendienst Twitter mitgegründet zu haben. Und BP hat Mühe, das Russland-Geschäft auszubauen. Das Wichtigste in Kürze.

Lidl und Kaufland rationieren ihren Zuckerverkauf. Im Osten Deutschlands ist die Nachfrage mancherorts zu hoch. Der Grund: In Deutschland ist Zucker oft billiger als in Polen. In den Filialen nahe der Grenze würden polnische Kunden die Vorräte aufkaufen, berichtet die Heilbronner Stimme. Daher würde beispielsweise Lidl nur noch haushaltsübliche Mengen verkaufen: maximal vier Kilogramm pro Kunde.

Ratgeber Essen und Trinken: Zucker - weniger ist mehr

Bei Lidl und Kaufland an der ostdeutschen Grenze wird Zucker rationiert.

(Foto: ddp)

Eine Sprecherin wollte dies jedoch nicht bestätigen. Die ebenfalls zur Schwarz-Gruppe gehörende Kette Kaufland verkauft nach ihren Angaben fünf Pakete pro Kunde.

Laut Südzucker ist Zucker allerdings nicht knapp geworden. "Der Weltmarktpreis ist mit rund 700 Dollar pro Tonne allerdings sehr hoch", sagte ein Firmensprecher. In Europa gebe es grundsätzlich kein Versorgungsproblem.

Gründerkrach bei Twitter

Die Gründungs-Geschichte des Microblogging-Dienstes Twitter muss möglicherweise neu geschrieben werden. Noah Glass lautet der Name, der nun Verwirrung stiftet. Er habe die Bezeichnung "Twittr" erfunden und sei eine treibende Kraft bei der Entwicklung des Dienstes gewesen, berichtet das US-Blog Business Insider. Mehrere Investoren und ehemalige Mitarbeiter hätten die Rolle des Mannes bestätigt.

In der Anfangszeit sei der gesamte Twitter-Dienst auf einem Notebook in seinem Büro gelaufen, sagte Glass. Jack Dorsey, der als Erfinder von Twitter gilt, habe tatsächlich die Grundidee für den Kurznachrichten-Dienst gehabt. Sie hätten ihn jedoch gemeinsam entwickelt. In der offiziellen Gründungsgeschichte, die kürzlich zum fünften Geburtstag des Dienstes erneut durch die Medien ging, kommt Glass überhaupt nicht vor.

Glass habe auch Chef von Twitter werden wollen, sei jedoch aus dem Unternehmen gefeuert worden. Später habe er eine Beteiligung an dem Dienst bekommen. Ein Programmierer aus Deutschland sei neben Dorsey und Glass das dritte Mitglied im Kernteam gewesen. Schlecht kommen in dieser Geschichte die beiden anderen offiziellen Twitter-Gründer Biz Stone und Evan Williams weg. Stone habe dem ursprünglichen Twitter-Team von Zeit zu Zeit ausgeholfen, Williams sei anfangs sogar ein Skeptiker gewesen.

BP buhlt um Rosneft

Russische Rohstoffe locken den britischen Ölkonzern BP. Doch dafür braucht das Unternehmen einen Partner: den Staatskonzern Rosneft. Trotz des Widerstands russischer Oligarchen gibt BP die Hoffnung auf eine Kooperation nicht auf.

Die Frist für den geplanten Aktienaustausch wurde von beiden Konzernen um einen Monat bis zum 16. Mai verlängert. Der Austausch soll ein Volumen von 16 Milliarden Dollar haben.

Mit der Aktion soll ein gemeinsames Vorhaben eingeleitet werden: BP und Rosneft wollen im russischen Nordpolarmeer Öl und Gas fördern. Andere russische Geschäftspartner von BP sind aber dagegen. Laut den Verträgen müsse BP jedes neue Geschäft in Russland mit ihnen abklären - was die Briten nicht getan hätten.

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