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Wirtschaft kompakt:SAP: Gut ist nicht gut genug

SAP präsentiert passable Quartalszahlen, doch um den Erzrivalen Oracle zu stellen, fehlt ein ganzes Stück. Außerdem: Nachlässigkeiten kosten GlaxoSmithKline eine deftige Strafe. Das Wichtigste in Kürze.

Der Softwarekonzern SAP nimmt nach den Einbußen durch die Wirtschaftskrise wieder Fahrt auf. In den Monaten Juli bis September erlöste der Weltmarktführer für Unternehmens-Software mit dem Verkauf neuer Lizenzen 656 Millionen Euro und erwirtschaftete damit ein Viertel mehr als vor Jahresfrist, wie SAP am Unternehmenssitz in Walldorf mitteilte.

SAP veroeffentlicht Quartalsergebnis

SAP setzt wieder mehr um. Der Softwarekonzern will aber keine Prognose für das Geschäftsjahr 2010 abgeben. Denn noch überwiegt die Vorsicht. 

(Foto: dapd)

Mit dem Erzrivalen Oracle, der SAP wegen Datendiebstahls verklagt hat, zog Europas größte Software-Schmiede gleich: Auch der US-Datenbankanbieter hatte in seinem jüngsten Geschäftsvierteljahr deutlich mehr Software an Firmenkunden verkauft und die Lizenzerlöse um ein Viertel gesteigert.

"Das Geschäft hat sich bei kleinen, mittleren und großen Unternehmen positiv entwickelt", zog SAP-Finanzvorstand Werner Brandt Bilanz unter das abgelaufene Vierteljahr.

Das durchschnittliche Auftragsvolumen sei gestiegen, was darauf hindeutet, dass die Unternehmen ihre Investitionsscheu abgelegt haben. Der schwächere Euro-Wechselkurs zum Dollar half SAP beim Verkauf ebenso wie die milliardenschwere Übernahme des Wettbewerbers Sybase.

Doch während SAP bei den Umsatzerlösen für Software-Lizenzen und -Wartung die von den jüngsten Oracle-Zahlen beflügelten Prognosen der Analysten erfüllte, verfehlten die Walldorfer die Gewinnerwartungen.

Der Überschuss kletterte im dritten Quartal ohne Berücksichtigung von Wechselkursen und Sondereffekten durch den Sybase-Kauf um 21 Prozent auf 605 Millionen Euro. Mit der um Einmaleffekte bereinigten operativen Marge von 29,1 Prozent (Vorjahr: 27,4 Prozent) sei SAP etwas hinter den Erwartungen zurückgeblieben, urteilte DZ-Bank-Analyst Oliver Finger.

Einige Investoren hätten zudem auf eine Erhöhung der Wachstumsprognose für das Geschäftsjahr 2010 gehofft und seien enttäuscht worden. "Das signalisiert, dass SAP vor dem vierten Quartal weiterhin vorsichtig bleibt", sagte der Analyst.