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Wirtschaft kompakt:Opel-Mann Forster verteidigt Stellenabbau

Bei Opel beginnen die Gespräche um den Jobabbau, Eon zieht es nach Frankreich und die Höllenhunde von Cerberus sind auf Einkaufstour. Das Wichtigste in Kürze.

"Wir haben immer gesagt, dass wir angesichts der massiven Krise, in der sich die Autoindustrie bewegt, restrukturieren müssen, um langfristig wettbewerbsfähig zu sein." Das sagte jetzt der designierte New-Opel-Chef Carl-Peter Forster und verteidigte damit den geplanten Abbau von mehr als 10.000 Stellen in Europa.

Wo genau wie viele Arbeitsplätze wegfallen, soll in den am Vormittag in Rüsselsheim begonnenen Gesprächen zwischen Magna, Opel und dem europäischen Betriebsrat geklärt werden. Ziel sei, den Abbau so sozialverträglich wie möglich zu gestalten, sagte Forster. Die Arbeitnehmervertreter lehnen bisher die Planungen des neuen Investors Magna ab, wonach in Deutschland 4500 der gut 25.000 Stellen wegfallen sollen. Unter den vier deutschen Werken soll Bochum mit über 2000 wegfallenden Jobs am härtesten betroffen sein.

Der Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz hatte vor dem Treffen deutlich gemacht, dass die Arbeitnehmer diese Magna-Planzahlen nicht akzeptieren. Forster rechnet indes mit einer baldigen Einigung und einer Vertragsunterzeichnung bis Anfang Oktober. "Wir wollen die Verhandlungen sehr schnell zu einem Abschluss bringen. Wir sind alle sehr daran interessiert, diese Diskussion nicht zu lange zu führen", sagte er. ___________________________________________

Eon sucht sein Glück in Frankreich

Der Energiekonzern Eon will einem Pressebericht zufolge in den französischen Atommarkt einsteigen. Das Unternehmen stehe kurz vor dem Abschluss eines Abkommens mit dem französischen Wettbewerber Électricité de France (EDF) berichteten das Handelsblatt die französische Zeitung La Tribune und berufen sich auf Kreise, die mit der Transaktion vertraut sind. Geplant sei, dass Eon und EDF Anteile an Kraftwerken tauschen.

Eon soll dem Bericht zufolge Erzeugungskapazitäten in französischen Kernkraftwerken von rund 800 Megawatt übernehmen. So erhalte der deutsche Konzern Zugang zu den Reaktoren in Fessenheim an der Grenze zu Baden-Württemberg und Cattenom in der Nähe von Luxemburg.

Auch könne er Kapazitäten des geplanten neuen Reaktors bekommen, der ab 2012 im nordfranzösischen Penly gebaut werden soll. Im Gegenzug wolle Eon den Franzosen und deren deutscher Tochter Energie Baden-Württemberg (EnBW) Anteile an Kohlekraftwerken überlassen. Eon selbst lehnte einen Kommentar ab. Vorstandschef Bernotat hatte im Juli aber zumindest schon Verhandlungen mit EDF bestätigt. ____________________________________________

Höllenhunde interessiert an Primondo

Finanzinvestoren prüfen einem Pressebericht zufolge den Kauf der Arcandor-Versandhandelssparte Primondo. Cerberus und Golden Gate sollen unter anderem Interesse zeigen, wie die Financial Times Deutschland (FTD) schreibt. Auch Sun gelte als möglicher Käufer. Der US-Investor hatte bereits Neckermann.de von Arcandor übernommen.

Insolvenzverwalter Jörg Nerlich hatte gesagt, dass es vier ernsthafte Interessenten gebe. Er hoffe, dass es noch im Oktober oder November zu einem Vertragsabschluss kommen könne. Primondo soll nach Möglichkeit als Ganze abgegeben werden. Zu Primondo gehören die insolvente Tochter Quelle, aber auch profitable Spezialversender wie Baby Walz.

(sueddeutsche.de/dpa/gits/tob) __________________________________________

Henkel-Chef hält an Margenziel fest

Henkel-Chef Kasper Rorsted setzt dem Konsumgüterkonzern weiter eine Umsatzrendite von 14 Prozent im Jahr 2012 zum Ziel. Um die Hürde tatsächlich nehmen zu können, müsse die Wirtschaft aber wieder wachsen, machte Rorsted in einem Interview deutlich. "Ich glaube, dass wir die 14 Prozent schaffen können", sagte Rorsted in einem am Montag vorab veröffentlichten Interview mit der Zeitschrift Euro. Doch resultierten die bisherigen Renditeverbesserungen vor allem aus Kostensenkungen - "und nicht aus Umsatzwachstum".

Größere Renditesprünge seien nur bei steigenden Umsätzen machbar, räumte er ein. Und in der Klebstoffsparte des Konzerns, die vor allem unter den Folgen der Wirtschaftsflaute leidet, zeichneten sich diese nicht ab. Es erscheine "zumindest logisch", dass Henkel die Zielmarke nicht erreichen könne, wenn das Wachstum nicht wieder anziehe. "Wir haben aber noch nicht 2012", betonte Rorsted. "Deshalb ist es mir viel zu früh, heute über die Aufgabe unseres Margenziels nachzudenken."