Wirtschaft kompakt Kunde wider Willen

Wer unaufgefordert Warenlieferungen verschickt, macht sich strafbar. Außerdem: Über gezielte Klimaschutzmaßnahmen könnten mehr als 100.000 neue Jobs entstehen.

Versandhändler dürfen nicht unaufgefordert Waren an Verbraucher senden und eine Rechnung beilegen. Das Landgericht Hildesheim urteilte nach einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (VZBV), es sei eine "unzumutbare Belästigung", Verbraucher anzurufen und anschließend eine Ware samt Rechnung zu schicken, wie der VZBV mitteilte.

Keine Bestellung, kein Paket: Das Landgericht Hildesheim verbietet das unaufgeforderte Verschicken von Waren.

(Foto: ag.dpa)

Demnach gibt es im Versandhandel Firmen, die versuchen, Kunden telefonisch eine Warenbestellung unterzuschieben. Sie spekulierten darauf, dass der Empfänger die Rechnung bezahlt, weil er sich nicht genau an den Anruf erinnert und keinen Ärger haben will. Dazu ist ein Verbraucher aber nicht verpflichtet, wenn er die Ware nicht bestellt hat.

Im vorliegenden Fall hatte der BTN Versandhandel, der Münzen und Medaillen verkauft, Verbraucher angerufen und eine Medaille samt Rechnung verschickt. Der Kunde sei damit in einem Telefonat von gut eineinhalb Minuten einverstanden gewesen, gab der Versandhändler vor Gericht an.

Der Verbraucher hingegen konnte sich an den Anruf nicht erinnern, und war sicher, niemals etwas bestellt zu haben. Die Richter urteilten, bei solchen Anrufen handle es sich um eine Überrumpelung von Kunden.