Wirtschaft kompakt IWF-Chef: Zweifel am deutschen Wirtschaftswunder

Deutschlands starkes Wachstum könnte einbrechen, warnt Strauss-Kahn. Und: Ein Deutscher leitet künftig den US-Computerkonzern HP. Das Wichtigste in Kürze.

IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn bezweifelt, ob Deutschland sein zuletzt starkes Wachstumstempo wird halten können. Mit Blick auf den starken Zuwachs der deutschen Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal sagte Strauss-Kahn dem Handelsblatt vom Freitag: "Aber wir wissen noch nicht, ob das der Beginn eines neuen Wachstumsmodells für Deutschland ist - was ich bezweifle - oder nur eine Art 'Kalendereffekt". Deutschland müsse immer beachten, dass drei Viertel seiner Exporte in die Euro-Zone gehen. "Und wir haben eine schwache Euro-Zone, da kann man nicht noch mehr exportieren", warnte er.

IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn zweifelt am deutschen Wirtschaftswunder.

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Er mahnte im Hinblick auf konjunkturpolitische Impulse: "Die USA sollten den Fuß nicht so schnell vom Gaspedal nehmen". Das gelte auch für den Rest der Welt. Dass Irland als erstes Mitgliedsland den Euro-Rettungsschirm beanspruchen muss, glaubt der IWF-Chef nicht. "Das erwarte ich nicht", erklärte er. Allerdings stehe der Fonds als Partner dieses Prozesses "bereit, wenn wir gebraucht werden".