Wirtschaft kompakt:Google investiert in die mobile Zukunft

Mit AdMob das Image aufpolieren: Google kauft einen Anbieter für Online-Werbung und Analysten dämpfen ihre Erwartungen für die deutsche Konjunktur. Das Wichtigste in Kürze.

Investition in die mobile Zukunft: Für 750 Millionen Dollar kauft der Internet-Konzern Google die Firma AdMob, einen US-Technologieanbieter für Online-Werbung auf mobilen Geräten.

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Google kauft für 750 Millionen Dollar einen Technologieanbieter für Online-Werbung auf Handys und ähnlichen Geräten.

(Foto: Foto: AFP)

Wie der Konzern mitteilte, bezahle er den Kaufpreis mit eigenen Aktien. Eine entsprechende Vereinbarung sei am Montag unterzeichnet worden, der Abschluss bedürfe jedoch noch den üblichen kartellrechtlichen Bedingungen, hieß es.

Bereits seit Juni 2009 blendet Google testweise Anzeigen in Programme für das iPhone sowie Mobiltelefone mit dem Betriebssystem Android ein. Dafür setzt das Unternehmen auf sein Werbenetzwerk AdSense. Mit der wachsenden Beliebtheit von Smartphones erleben Handy-Programme derzeit einen Boom. Mehr als eine Milliarde von ihnen sind seit dem Start im Juli 2008 allein auf die Apple-Geräte iPhone und iPod heruntergeladen worden.

Konjunktur-Erwartungen gedämpft

Finanzanalysten und andere Börsenprofis sehen die Aussichten für die deutsche Wirtschaft wieder deutlich skeptischer. Das ergab die monatliche Befragung durch das Mannheimer Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Danach fiel der Index für die Konjunkturerwartungen im November um 4,9 auf 51,1 Punkten. Das ist bereits der zweite Dämpfer in Folge.

Trotz der getrübten Stimmung befinden sich die Konjunkturerwartungen laut ZEW auf einem hohen Niveau. Unsicher sei zurzeit vor allem die Entwicklung des privaten Konsums: Ein allmählich steigendes Preisniveau und die unsichere Arbeitsmarktsituation könnten den Verbrauch dämpfen, hieß es. "Optimistisch stimmt hingegen, dass sich die deutsche Ausfuhr kontinuierlich bessert und so das Wirtschaftswachstum stärkt."

Einsatz für Kraftwerksbau

Drängen auf eine schnelle Lösung: Die Regierung von Nordrhein-Westfalen hat beschlossen, die Neufassung des Landesentwicklungsplanes für Energieanlagen vorzuziehen. Das berichtet die Financial Times Deutschland. Hintergrund ist die Blockade des bereits begonnenen Baus eines Eon-Kohlekraftwerkes in der Stadt Datteln nördlich von Dortmund. Das Oberverwaltungsgericht Münster hatte den Bebauungsplan der Sadt für das Kraftwerk Anfang September für unwirksam erklärt. Die Richter hatten in ihrem Urteil unter anderem kritisiert, dass der Standort dahingehend nicht ausreichend geprüft worden sei, ob er mit den Zielen der Landesplanung übereinstimme.

Die Zeitung zitiert aus einem Bericht der Landesregierung, nach dem drei Düsseldorfer Ministerien eine Koordinierungsgruppe gebildet haben, um mit Rücksicht auf das Urteil "eine rechtssichere Projektierung von Kraftwerken in Nordrhein-Westfalen sicherzustellen". Die Stadt soll dann auf Basis des umformulierten Energiekapitels des Landesplans einen neuen Bebauungsplan für das Eon-Kraftwerk erstellen, der den Anforderungen sowohl der Landesplanung als auch des Münsteraner Urteils entspricht.

Unterdessen gab Eon auch offiziell bekannt, dass der Konzern sein etwa 10.000 Kilometer langes Hochspannungsnetz an die niederländische Netzgesellschaft Tennet verkauft. Für das Netz zahlen die Niederländer rund 1,1 Milliarden Euro. Eon hatte mit der EU-Kommission vor mehr als einem Jahr vereinbart, das Stromnetz abzugeben und sich von Kraftwerkskapazitäten zu trennen. Damit wurde ein lange schwelender Kartellstreit beigelegt. Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass auch Vattenfall sein Stromnetz verkauft. RWE sowie EnBW wollen ihre Netze dagegen behalten.

Prozesse um Karmann-Entlassungen

Das Arbeitsgericht Osnabrück hat die Kündigung von sieben Karmann-Mitarbeitern aufgehoben. Dabei handelte es sich um fünf Ersatzmitglieder des Betriebsrats. Der absolute Sonderkündigungsschutz von Betriebsräten sei ein hohes Gut, sagte der Richter.

In zwei weiteren Fällen wurden Kündigungen bei einem Mitglied des Werkschutzes und bei einem Montagearbeiter kassiert. Dieser Mitarbeiter war auch nach der betriebsbedingten Kündigung noch von dem insolventen Autozulieferer beschäftigt worden. Damit sei die betriebsbedingte Kündigung widerlegt.

Stabiles Preisniveau in Deutschland

Die Verbraucherpreise stagnieren dank günstigerer Energie: Berechnungen des Statistischen Bundesamtes zufolge hätten sich die Preise im Oktober gegenüber dem Vorjahresmonat nicht verändert. Das Amt bestätigte damit vorläufige Daten. Grund dafür ist vor allem günstigere Energie: Ohne Berücksichtigung von Heizöl, Benzin, Strom und anderen Energieprodukten hätte die Teuerungsrate 0,9 Prozent betragen. Im Vormonat waren die Verbraucherpreise sogar um 0,3 Prozent gesunken.

Allerdings erwarten Experten bereits für November wieder leicht steigende Lebenshaltungskosten, nachdem sich Öl spürbar verteuert hat. Ein Fass kostete in den vergangenen Tagen zeitweise deutlich mehr als 80 Dollar und war damit so teuer wie seit über einem Jahr nicht mehr. Viele Lebensmittel sind ebenfalls teurer geworden, nachdem sich Händler und Molkereien auf höhere Preise für Milch, Quark und Butter geeinigt hatten. Und auch der Preisverfall im Großhandel schwächt sich ab.

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