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Wirtschaft kompakt:Goldener Oktober für Audi und BMW

Aufwind für BMW, Audi, die deutschen Exportindustrie sowie die spanische Windenergie. Dagegen brechen die Gewinne bei Puma und Gazprom ein.

Leichtes Absatzplus und ehrgeizige Ziele: Die Autohersteller BMW und Audi haben im Oktober mehr Wagen verkauft als im Vorjahresmonat. BMW verkaufte 115.252 Autos und damit zwei Prozent mehr. Der Ingolstädter Audi-Konzern konnte seinen Absatz im Vergleich zum Oktober letzten Jahres um 0,4 Prozent auf 82.750 Verkäufe steigern.

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Audi konnte den Absatz im Oktober leicht steigern und erhöht sein Jahresziel.

(Foto: Foto: ddp)

Beide Unternehmen gaben einen positiven Ausblick. "Unsere Verkaufszahlen haben sich weltweit deutlich besser entwickelt als erwartet", sagte Audi-Vertriebsvorstand Peter Schwarzenbauer. "Wir erhöhen daher unser weltweites Jahresabsatzziel auf 925.000 Autos." BMW-Vertriebsvorstand Ian Robertson erklärte, der Münchner Konzern wolle 2009 der weltweit führende Premiumhersteller bleiben. "Für November und Dezember rechnen wir mit weiteren soliden Zuwächsen", erklärte Robertson.

Exporte legen überraschend zu

Unerwartet deutliche Exportsteigerungen im September können das Rekordminus nicht wettmachen. Bereinigt um Saison- und Kalendereffekte stieg der Wert der Ausfuhren im Vergleich zum schwachen August um 3,8 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Wie stark der Exportweltmeister trotzdem noch unter den Folgen der globalen Rezession leidet, zeigt der Vergleich mit dem Vorjahresergebnis: Insgesamt wurden Waren im Wert von 70 Milliarden Euro ausgeführt - das waren 18,8 Prozent weniger als im September 2008. In den ersten neun Monaten setzten die Unternehmen sogar 22 Prozent weniger im Ausland um, als ein Jahr zuvor. Der Exportverband BGA erwartet für 2009 einen Umsatzrückgang von etwa 18 Prozent. Es wäre das erste Minus seit 1993 und das größte seit Bestehen der Bundesrepublik. Für 2010 rechnet BGA-Präsident Anton Börner wieder mit einem Wachstum von fünf bis zehn Prozent.

(sueddeutsche.de/Reuters/dpa/tjon/tob)

Puma: Deutlich weniger Gewinn

Ein "schwieriges Marktumfeld" sorgt für einen erneuten Gewinneinbruch bei Puma. Der Sportartikelhersteller hat im dritten Quartal erneut weniger verdient. Wie das Unternehmen mitteilte, sank das operative Ergebnis (Ebit) um 21,6 Prozent auf 98 Millionen Euro. Der Überschuss ging um 23,6 Prozent auf 67,9 Millionen Euro zurück. Beim Umsatz verbuchte Puma ein Minus von 5,5 Prozent auf 673,4 Millionen Euro.

"Das schwierige Marktumfeld hat sich im dritten Quartal erwartungsgemäß nicht verbessert, was zu einem Rückgang bei Umsatz und Ergebnis geführt hat", sagte Vorstandschef Jochen Zeitz. Puma hofft nun darauf, dass die Nachfrage anzieht, wenn die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika näher rückt. Auf die Krise hat Puma mit einem Sparprogramm reagiert, das bis zum Jahresende abgeschlossen sein soll. Trotz des schwierigen Marktumfeldes habe Puma in allen drei Quartalen einen Überschuss erzielen können, sagte Zeitz weiter. "Auch für das vierte Quartal 2009 gehen wir von einem Gewinn aus."

Gazprom hadert mit hohen Beschaffungskosten

Einen noch drastischeren Gewinneinbruch muss Gazprom hinnehmen. Die Gewinne des russischen Energiekonzerns haben sich in der ersten Jahreshälfte wegen deutlich gestiegener Einkaufskosten halbiert. Der Konzern verdiente zwischen Januar und Juni 305,8 Milliarden Rubel (7,1 Milliarden Euro) und damit 49,8 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der Umsatz des weltgrößten Gasanbieters schrumpfte um 6,6 Prozent auf rund 38 Milliarden Euro.

Gazprom hätten im ersten Halbjahr insbesondere höhere Beschaffungskosten für Gas zu schaffen gemacht, teilte das Unternehmen mit. So seien die Bezugskosten für Gas aus Zentralasien um 105 Prozent gestiegen. Der Weiterverkauf von Gas nach Europa und in andere Länder sei im ersten Halbjahr dennoch um sechs Prozent gestiegen. Gazprom verkauft zwei Drittel seines Gases nach Europa. Die Nachfrage dort war aber wegen der Wirtschaftskrise zuletzt stark eingebrochen.

Erneuerbare Energien in Spanien auf dem Vormarsch

Frischer Wind für die Energiebranche in Spanien: Am Wochenende hat das Land Medienberichten zufolge einen neuen Rekord bei der Versorgung mit Windenergie verzeichnet. Wegen starker Böen wurde am Sonntag zeitweise mehr als die Hälfte der Elektrizität landesweit von Windkraftwerken geliefert, berichtete die Zeitung El País. Zwischen 3.20 und 8.40 Uhr Ortszeit erreichte der Anteil der erneuerbaren Energien an der gesamten Stromproduktion demnach bis zu 53 Prozent. Der Chef des Stromnetzbetreibers REE, Luis Atienza, sprach dem Blatt gegenüber von einem "Meilenstein, der uns mit Stolz erfüllt".

Spanien setzt seit einigen Jahren verstärkt auf erneuerbare Energien. Die Regierung will in den kommenden Jahren schrittweise aus der Atomenergie aussteigen, bestehende Kraftwerke sollen nach Ende ihrer Laufzeit ausgeschaltet werden.