Wirtschaft kompakt:Billiger geht's immer

Gute Nachrichten für Verbraucher: Aldi, Lidl, Norma und Penny senken die Preise. Auch Amazon hat Grund zum Jubeln - ganz im Gegensatz zu den Mitarbeitern der Chrysler-Bank.

2009 ist das Jahr der Preisrunden. Erneut haben die Discounter ihre Preise gesenkt - und zwar drastisch. Am Freitag reduzierte Aldi die Preise für Produkte wie Zucker, Apfelsaft, Mehl oder Kartoffel-Püree.

Aldi, Preisrunde, Foto: dpa

Zum elften Mal in diesem Jahr haben die Discounter ihre Preise für zahlreiche Lebensmittel gesenkt.

(Foto: Foto: dpa)

Bei Penny wurden unter anderem Mehl und Zucker, Grieß oder Brotbackmischungen billiger, insgesamt handelt es sich den Angaben zufolge um mehr als 50 Artikel. Auch Konkurrent Norma kürzte die Preise bei Zucker, Mehl, Säften und anderen Produkten.

Bereits am Donnerstag hatte Lidl den Anfang gemacht. Weizenmehl kostet in den Filialen jetzt 25 Prozent weniger, Zucker ist zwölf Prozent billiger zu haben - und auch bei Kaffee, Sekt, Orangensaft und Margarine fallen die Preise.

Es ist bereits die elfte Senkungsrunde in diesem Jahr. Sie dürfte auf den gesamten deutschen Lebensmittelhandel ausstrahlen. Aldi gilt in der Branche als Preisführer, an dem sich alle anderen Unternehmen orientieren.

Ifo-Index steigt zum siebten Mal in Folge

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Oktober aufgehellt - und zwar zum siebten Mal in Folge. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg von 91,3 Punkten im Vormonat auf 91,9 Punkte, wie das Münchner Forschungsinstitut mitteilte. Experten hatten mit einem etwas deutlicheren Anstieg gerechnet. "Die Erholung setzt sich zögerlich fort", erklärte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Der Index gilt als wichtigster Frühindikator der deutschen Wirtschaft. Monatlich befragt das Institut rund 7000 Unternehmen aus Industrie, Einzel- und Großhandel sowie Bauwirtschaft nach ihren Einschätzungen zur derzeitigen Wirtschaftslage und ihren Zukunftsaussichten. Im Oktober verbesserte sich der Teilindex für die aktuelle Lage nur leicht von 87,1 auf 87,3 Punkte. Der Index für die Geschäftserwartungen legte deutlicher von 95,7 auf 96,8 Punkte zu.

Bahn akzeptiert Millionen-Bußgeld

Die Deutsche Bahn hat das Millionen-Bußgeld im Datenskandal akzeptiert. Das Unternehmen lege keine Rechtsmittel gegen den Bescheid des Berliner Datenschutzbeauftragten Alexander Dix ein, teilte der Konzern mit. Die Strafe beläuft sich laut Bahn auf 1,1 Millionen Euro.

"Wir haben nach der Datenaffäre tiefgreifende Umstrukturierungen im Unternehmen vorgenommen, so dass derartige Fehlentwicklungen künftig ausgeschlossen sind", erklärte Bahn-Chef Rüdiger Grube.

Die Bahn steht seit Monaten wegen ihrer Datenaffäre in der Kritik. Der Konzern hatte im Kampf gegen Korruption im eigenen Haus seine Mitarbeiter systematisch überwacht. So glich das Unternehmen in fünf Überprüfungen zwischen 1998 und 2006 die Daten von Bahn-Mitarbeitern mit Lieferantendaten ab. Bei den großangelegten Aktionen wurden teilweise auch Angehörige der Bahn-Beschäftigten überprüft.

Spanische Gewerkschaften ringen Magna Zugeständnisse ab

Die spanischen Gewerkschaften haben sich mit dem Autozulieferer Magna über die Zukunft des Opel-Werkes in Nordspanien geeinigt. An der Produktionsstätte in Figueruelas nahe Zaragoza sollen nun maximal 900 Stellen abgebaut werden. Magna hatte ursprünglich die Streichung von 1700 Jobs, zuletzt dann noch von 1300 Jobs gefordert.

Die Gewerkschaften setzten außerdem durch, dass die beiden in Figueruelas vorhandenen Produktionslinien erhalten bleiben. Damit verzichtet Magna darauf, einen Teil der Produktion in das Eisenacher Werk zu verlegen. Der österreichisch-kanadische Zulieferer sagte zudem Investitionen in die Anlage in Spanien zu.

"Die Zukunft des Werkes ist für zehn Jahre garantiert", sagte der spanische Industrieminister Miguel Sebastián. Mit der Vereinbarung von Magna und Gewerkschaften könnte nun auch eine Einigung über die Finanzierung der Staatshilfen für Magna einfacher werden.

Die Bundesregierung hatte Magna bei einer Übernahme von Opel Hilfen über 4,5 Milliarden Euro in Aussicht gestellt und forderte eine Beteiligung aller europäischen Staaten mit Opel-Standorten. Die spanische Regierung hatte angesichts der laufenden Verhandlungen über die Zukunft des Werkes in Figueruelas bislang Zusagen verweigert.

Kindle beschert Amazon Jubel-Zahlen

Das Lesegerät Kindle hat sich für Amazon zum Verkaufsschlager entwickelt und die Kassen im dritten Quartal klingeln lassen.

Das Gerät zum Lesen elektronischer Bücher und Zeitungen sei der meistverkaufte Artikel des Unternehmens gewesen, erklärte der weltgrößte Internet-Händler. Auch für das Weihnachtsgeschäft rechnet Amazon mit höheren Umsätzen.

Amazon präsentierte für das abgelaufene Vierteljahr einen um fast 70 Prozent höheren Nettogewinn von 199 Millionen Dollar. Der Überschuss pro Aktie betrug 45 Cent. Analysten hatten mit 33 Cent je Anteilsschein gerechnet. Die Amazon-Papiere, die in diesem Jahr bereits um 82 Prozent zulegen konnten, gewannen im nachbörslichen Handel acht Prozent hinzu.

Wie der Konzern weiter mitteilte, stieg der Umsatz um 28 Prozent auf 5,45 Milliarden Dollar (3,63 Milliarden Euro). An der Wall Street waren 5,03 Milliarden Dollar prognostiziert worden. Die Erwartungen am Markt waren für Amazon bereits ohnehin hoch gewesen.

Für das wichtige vierte Quartal rechnet der Konzern mit einem Umsatz zwischen 8,125 und 9,125 Milliarden Dollar. Der operative Gewinn werde zwischen 300 und 425 Millionen Dollar liegen.

Chrysler-Bank wird abgewickelt

Die Finanzsparte des US-Autokonzerns Chrysler wird bis Ende 2011 abgewickelt. Das geht aus einem Schreiben des Finanzministeriums an Chrysler Financial hervor.

Im Großraum Detroit sind damit erneut Tausende Arbeitsplätze bedroht. Im vergangenen Sommer beschäftigte Chryslers Autobank 3900 Mitarbeiter, die meisten davon in der Zentrale in Farmington Hills im US-Staat Michigan.

Die Finanzsparte des strauchelnden Autokonzerns ist derzeit auf Anweisung der Regierung hin dabei, den Großteil des Kreditgeschäfts auf die Autobank GMAC des einstigen Erzrivalen General Motors zu übertragen. GMAC soll zum Kreditgeber beider Marken weiterentwickelt werden. Beide Detroiter Autokonzerne haben Milliarden Dollar Staatshilfe bekommen.

© hgn
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