Wirtschaft - Cottbus:Wirtschaft und Handwerk sehen in Strukturwandel Chance

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Wirtschaft - Cottbus: "Rathaus" steht auf deutsch und auf sorbisch am Dienstsitz des Cottbuser Oberbürgermeisters. Foto: Frank Hammerschmidt/dpa
"Rathaus" steht auf deutsch und auf sorbisch am Dienstsitz des Cottbuser Oberbürgermeisters. Foto: Frank Hammerschmidt/dpa (Foto: dpa)

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Cottbus (dpa/bb) - Vor der Wahl eines neuen Oberbürgermeisters in Cottbus fordert die Wirtschaft in Südbrandenburg, alle Kräfte für den Zuzug von Fachkräften einzusetzen. Es müsse klar sein, dass Cottbus im Zentrum des Strukturwandels stehe, sagte der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Cottbus (IHK), Wolfgang Krüger, der Deutschen Presse-Agentur. Die Stadt müsse deshalb einen ganz entscheidenden Beitrag für die Unterbringung von Fachkräften leisten. Das Handwerk fordert angesichts der Energiekrise und der damit einhergehenden Belastungen für die kleinen und mittleren Betriebe vom neuen Stadtoberhaupt Entlastungen und schnelle Behördenentscheidungen.

Die Wirtschaft im Süden des Landes sieht den Zuzug von Fachkräften und damit auch die Schaffung von Wohnraum als vordringlichste Aufgabe. "Das betrifft vor allem den Zuzug von hochqualifizierten Wissenschaftlern und Ingenieuren", sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Krüger. Die IHK vertritt etwa 35.000 Unternehmen aus Industrie, Handel, Gastgewerbe, Dienstleistungen und Verkehr. Zudem müsse der Stadt vermittelt werden, dass die Strukturentwicklung eine große Chance für Cottbus sei und man "vor diesen Veränderungen keine Angst zu haben braucht", betonte Krüger.

In der zweitgrößten Stadt Brandenburgs soll unter anderem der künftige Lausitz Science Park (LSP) entstehen. Mit dem TIP entsteht zudem eine der größten freien Gewerbeflächen in Brandenburg mit Platz für Tausende Arbeitsplätze. In einem Sondergebiet soll einmal das Zentrum für Künstliche Intelligenz und ein Energie-Innovationszentrum seinen Platz haben. Es schließt an ein Gebiet an, wo unter anderem das Deutsche Institut für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die Fraunhofer Gesellschaft investieren.

"Der neue Oberbürgermeister kommt zu einer Krisenzeit größten Ausmaßes und hat zugleich die Chance, in der Stadt weiterhin die Weichen für einen erfolgreichen Strukturwandel zu stellen und den Krisen entgegenzuwirken", sagte Corina Reifenstein, Präsidentin der Handwerkskammer Cottbus, der dpa. Die Herausforderungen seien "extrem". Durch Einschränkungen in der Pandemie, Preissteigerungen und explodierende Energiepreise sowie den wachsenden Fachkräftemangel seien Handwerksbetriebe gefährdet - Unternehmen, die die wirtschaftliche Basis der Stadt sichern, betonte sie.

Ihre Forderung: Entlastungen statt steigende Gewerbesteuern. Das Handwerk benötige zudem eine Stadtverwaltung mit Serviceorientierung, die schnelle Behördenentscheidungen treffe, und Baumaßnahmen so plane, dass nicht mehrere Straßen gleichzeitig gesperrt werden. Zugesagte Fördermittel müssten schneller abgerufen und Projekte umgesetzt werden, so Reifenstein.

Um die Stadt lebenswert zu machen brauch es eine Förderung der Kita-Kinder und bessere Betreuungsmöglichkeiten in den Schulen für berufstätige Eltern. Zudem müsse die Berufsorientierung unterstützt werden, um das Zukunftsthema Fachkräftegewinnung zu stärken, so die Handwerkskammer-Präsidentin.

Am 11. September wählen die Cottbuserinnen und Cottbuser für die nächsten acht Jahre ihr neues Stadtoberhaupt. Im Rennen sind Lysann Kobbe (Die Basis), Johann Staudinger (Einzelbewerber), Thomas Bergner (CDU), Tobias Schick (SPD), Lars Schieske (AfD), Felix Sicker (FDP) und Sven Benken (Unser Cottbus). Amtsinhaber Holger Kelch (CDU) tritt aus gesundheitlichen Gründen nicht wieder an.

© dpa-infocom, dpa:220902-99-602387/6

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