bedeckt München

Bilanzskandal:Wirecard, der Scheinkonzern

Illustration: Stefan Dimitrov

Der Bericht des Insolvenz-Verwalters entlarvt das Unternehmen als ein Konstrukt, an dem so gut wie nichts gestimmt haben soll. Die Verluste häuften sich, am Ende steht ein Minus in Höhe von 2,8 Milliarden Euro.

Von Klaus Ott und Jörg Schmitt

In den ersten Wochen nach dem Zusammenbruch von Wirecard war die Lage für das verbliebene Management äußerst ungemütlich. Die Konzernspitze, so der Verdacht, hatte alle getäuscht: die eigene Belegschaft, die Aktionäre, Banken und andere Geschäftspartner. Die Wut derjenigen, die sich betrogen und verraten fühlten, war groß. In der Konzernzentrale in Aschheim bei München gingen angeblich sogar Drohungen ein. Das führte dazu, dass einzelne Manager Räume mit geöffnetem Fenster nicht mehr betreten wollten, "weil sie Sorge vor einem Anschlag hatten". So steht es in einem mehr als 300-seitigen Bericht, den Insolvenzverwalter Michael Jaffé diese Woche beim Amtsgericht München einreichte. Was Jaffé nach Informationen von Süddeutscher Zeitung und WDR herausgefunden hat, entlarvt Wirecard als einen Scheinkonzern im deutschen Aktienindex Dax. Von den Erfolgsgeschichten, die Vorstandschef Markus Braun und sein inzwischen untergetauchter Kollege Jan Marsalek jahrelang stolz erzählt hatten, soll so gut wie nichts gestimmt haben.

SZ-Plus-Abonnenten lesen auch:
eddie jaku
SZ-Magazin
»Erinnern reicht nicht, wir müssen alles gegen die neuen Nazis tun«
Plate with ready-to-eat Black Forest cake PPXF00315
Abnehmen
Warum Intervallfasten nicht funktioniert
Relationship problems, autumn park; selbsttäuschung
Partnerschaft
"Bin ich authentisch oder fange ich an zu täuschen?"
Studium: Studenten in einem Hörsaal der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz
Jurastudium
Am Examen gescheitert
Tokyo
Corona-Pandemie
Was wir von Asien lernen können
Zur SZ-Startseite