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Wirecard-Skandal:Es drohen bis zu zehn Jahre Haft

Die Ermittler sind überzeugt: Braun habe ein "hierarchisches System" aufgebaut, das nach dem Prinzip "teile und herrsche" funktioniert habe. Illustration: Stefan Dimitrov

Dokumente von Wirtschaftsprüfern belasten den früheren Wirecard-Chef Markus Braun schwer. Der Ex-Manager soll in U-Haft bleiben und muss im Verlauf des Jahres mit einer Anklage rechnen.

Von Lena Kampf, Klaus Ott, Reiko Pinkert und Jörg Schmitt, München

Der 22. April 2020, es war ein Mittwoch, könnte für Markus Braun der Tag gewesen sein, der ihm zum Verhängnis wird. An jenem Frühjahrstag hatte der frühere Wirecard-Chef einen regen Austausch mit Sven-Olaf Leitz, Vorstand der Wirtschaftsprüfgesellschaft KPMG, die seinerzeit mit einer Sonderuntersuchung des Aschheimer Finanzdienstleisters betraut war. Leitz, der sich selbst als "leidenschaftlichen und zielorientierten Wirtschaftsprüfer" beschreibt, hatte den Konzernchef damals eindringlich gewarnt. Braun, so lautete sinngemäß seine Botschaft, solle den Wirecard-Aktionären nichts vorenthalten. Was der Konzernchef als Ad-Hoc-Meldung an der Börse zu verbreiten gedenke, "entspricht nicht unserer Wahrnehmung der tatsächlichen Gegebenheiten".

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