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Wirecard-Skandal:Versagt auf ganzer Linie

Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen: Die Aufsichtsbehörde APAS wirft der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY im Fall Wirecard Versagen vor. Illustration: Stefan Dimitrov

Diese Strafanzeige hat es in sich: Die Aufsichtsbehörde wirft den Prüfern von EY schwere Fehler vor. Die wollen sich nun im Untersuchungsausschuss des Bundestags wehren.

Von Christoph Giesen, Klaus Ott, Jörg Schmitt und Jan Willmroth

Am 3. April 2018, es war der Dienstag nach Ostern, schickte Wirecard-Vorstand Jan Marsalek um 7.25 Uhr eine Mail an mehrere Mitarbeiter des Beratungs- und Prüfkonzerns EY. Konzernchef Markus Braun war in Kopie gesetzt. Marsalek bedankte sich für ein "finales Status-Memorandum" einer Sonderuntersuchung mit dem Titel "Ring". Wirecard nehme zur Kenntnis, so Marsalek, dass keine Beweise für Vorwürfe gefunden worden seien, die ein Whistleblower, also ein Insider, gegen den Konzern vorgebracht hatte. Auch Wirecard selbst komme zum Ergebnis, dass keine Verstöße vorlägen. "Damit beurteilen wir die Anschuldigungen als haltlos", man werde den Fall nicht weiter untersuchen. Harter Tobak. Immerhin ging es bei den Vorwürfen um dubiose Geschäfte in Indien, Geschäfte von denen Wirecard-Manager selbst profitiert haben sollten. Und auch damals war schon von Versuchen die Rede, "Scheinumsätze" zu buchen und einen dortigen Prüfer zu bestechen.

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